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JEANNIE CHEN

Schutz von Arbeitsmigranten

Der viel zu hohe Preis für einen Arbeitsplatz
Eine gründliche Prüfung unserer Lieferkette führte zu neuen Richtlinien für die Beschäftigung von Arbeitsmigranten

Weil in vielen Ländern ein Mangel an Arbeitskräften herrscht, werden in bestimmten Branchen, unter anderem auch in der Bekleidungsindustrie, ausländische Arbeitsmigranten eingesetzt. Als wir vor mehreren Jahren damit begannen, unsere Textilfabriken dahingehend zu überprüfen, ob diese sozialverantwortliche Praktiken anwenden, mussten wir mit großer Bestürzung feststellen, dass Arbeitsmigranten in unseren Fabriken in Taiwan extrem hohe Vermittlungsgebühren zahlen müssen, um überhaupt dort arbeiten zu dürfen. Vielfach mussten sich die betroffenen Arbeiter sogar Geld leihen, um diese horrenden Gebühren zahlen zu können. Menschen, die es ohnehin schon schwer haben, für ihren Unterhalt zu sorgen, werden so dazu gezwungen, nahezu unmögliche finanzielle Belastungen auf sich zu nehmen. Und das Schlimmste daran ist, dass die meisten dieser Vermittlungsgebühren völlig legal sind, auch wenn häufig die gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgebühren überschritten werden.

Von unseren Zulieferern verlangen wir die Einhaltung hoher Standards und diese Praktiken sind mit unseren Werten und unserer Mission absolut unvereinbar. Deswegen haben wir beschlossen, mit Fabriken dieser Art nicht mehr zusammenzuarbeiten und stattdessen andere Anbieter in unserer Lieferkette aufzunehmen. Gegenwärtig gibt es nicht viele Marken bzw. Zulieferer, die sich für die Behebung dieser Missstände engagiert einsetzen. Wir verfolgen jedoch das Ziel, die gesamte Branche für diese Problematik zu sensibilisieren und möchten unsere Erkenntnisse und Erfahrungen anderen mitteilen, um die Veränderungen in unserer Branche zu beschleunigen.

Wir richteten zwei Vollzeitstellen ein und besetzten diese mit Experten, um den Prozess einzuleiten. Doch schon bald mussten wir feststellen, dass wir auf dieser Stufe der Lieferkette nur wenige Veränderungen bewirken konnten. Anders als Fabriken, in denen Fertigerzeugnisse hergestellt werden und die damit zu Tier-1-Zulieferern gehören, wurde in den meisten Textilfabriken (Tier-2-Zulieferer) noch nie ein Audit bezüglich der Anwendung von Menschenrechtspraktiken durchgeführt, weil die meisten Bekleidungsmarken diese Stufe der Lieferkette nicht überwachen.

Deswegen begannen wir die Zusammenarbeit mit Verité, einer globalen, unabhängigen und gemeinnützigen Organisation, die Forschung und Interessenvertretung betreibt, Beratung, Schulungen und Begutachtungen anbietet, mit einer Vision, für Menschen auf der ganzen Welt sichere, faire und legale Arbeitsbedingungen sicherzustellen, um neue Standards für die Beschäftigung von Arbeitsmigranten zu entwickeln. Zudem begannen wir damit, unsere Zulieferer zu dieser Thematik zu schulen und entsprechende Veränderungen in unserer Lieferkette umzusetzen.

Unsere Standards für die Beschäftigung von Arbeitsmigranten decken sämtliche Aspekte der Beschäftigung von Arbeitsmigranten ab, einschließlich Anwerbeverfahren und Vermittlungsgebühren, Arbeitsverträge, Lohn und Lohnpfändungen, Entzug der Reisepässe, Lebens- und Arbeitsbedingungen, Beschwerdeverfahren und Rückkehr.

Nach zwei Jahren Strategieentwicklung, Forschung, Pilotprojekten, Audits und Schulungen stellten wir diese Standards unseren Zulieferern im Rahmen eines Forums in Taiwan im Dezember 2014 vor. Da das Problem der Arbeitsmigranten nicht auf die Textilfabriken in Taiwan beschränkt ist, mit denen wir zusammenarbeiten, nahmen wir Kontakt mit der taiwanesischen Regierung auf, um Lösungen zur Verbesserung der Situation für die Arbeitsmigranten in anderen Sektoren zu finden. Zudem setzten wir uns dafür ein, dass auch andere Marken unserer Branche ihre Praktiken verbessern. Im März 2015 führten wir unsere Standards für die Beschäftigung von Arbeitsmigranten auch für den Rest unserer Lieferkette ein. Zudem teilen wir sie mit anderen Marken, die ebenfalls die unfairen Arbeitsmigrationspraktiken in ihrer Lieferkette beseitigen wollen.

Im Laufe des Jahres 2015 führten wir fokussierte Audits bei allen unseren taiwanesischen Zulieferern durch, um die spezifischen Probleme der Arbeitsmigranten besser zu verstehen. Seitdem arbeiten wir eng mit ihnen zusammen, um die ermittelten Probleme zu beseitigen. Dabei konnten wir schon einige gute Fortschritte erzielen, insbesondere in den Bereichen Entzug von Reisepässen, Ausgangssperre und zwingend vorgeschriebene Sparpläne. Mehrere Zulieferer haben die Vermittlungsgebühren erstattet und arbeiten an der Errichtung eines Systems ganz ohne solche Gebühren.

Im August 2017 haben wir die nächste Phase unseres Programms für Arbeitsmigranten eingeläutet, im Rahmen eines weiteren Forums, an dem all unsere taiwanesischen Zulieferer teilnahmen. Geleitet wurde diese Veranstaltung von unserem Chief Operating Officer, von unserer Vice President, Social & Environmental Responsibility und von unserem Director of Materials. Diese Phase nennen wir unsere “Roadmap to No Fees by 2020”. Darin sind Schritte vorgegeben, die unsere Zulieferer unternehmen müssen, um bis 2020 sicherzustellen, dass Arbeitsmigranten keine Vermittlungsgebühren mehr zahlen müssen.

Seit 2013 beschäftigen wir in Taiwan einen Experten auf Vollzeitbasis, der eng mit unseren Zulieferern zusammenarbeitet, um die entsprechenden Maßnahmen umzusetzen. Dabei wird er von unserem Vollzeit-Personal für Sozialverantwortung in den USA unterstützt. Unsere Zusammenarbeit mit der taiwanesischen Regierung sowie mit anderen Marken setzen wir natürlich fort, um system- und branchenweite Veränderungen herbeizuführen. Zudem möchten wir mit unserem gebündelten Einfluss dazu beitragen, diese Praktiken völlig zu eliminieren.


Chronik unserer Bemühungen zur Verhinderung der Ausbeutung von Wanderarbeitern in unserer Lieferkette

Januar 2011:
Vorbereitungen zur Einführung unseres Social Responsibility Programms für Materiallieferanten. Hierzu gehören das Erfassen unserer Zulieferer der Ebene 2 (Textilfabriken, Druckknopf- und RV-Hersteller usw.) und ihrer Unterlieferanten, das Ausarbeiten eines Kommunikationsplans zur Bekanntmachung des Programms und interne Schulungen unserer Abteilungen für Materialentwicklung und Design.

August 2011:
Wir halten bei der Outdoor Retailer Show in Salt Lake City ein Rohstofflieferanten-Seminar ab bei dem wir unser SER (Social & Environmental Responsibility) Programm vorstellen. Bis dahin hatten wir uns vor allem auf die Überwachung unserer Fertigungsbetriebe und ihrer Subunternehmer konzentriert (Ebene 1).

September 2011:
Wir überprüfen unseren Sozial-Audit Entwurf und beschließen Änderungen zum Thema Wanderarbeiter, um Anzeichen für Menschenhandel besser zu erkennen. Ein unabhängiger CSR (Corporate Social Responsibility) Experte erarbeitet die neuen Wanderarbeiter-Richtlinien, die von mehreren, auf die Bekämpfung von Menschenhandel spezialisierten NGOs abgesegnet werden. Ab diesem Zeitpunkt enthalten alle Sozial-Audits die neuen Richtlinien für Wanderarbeiter mit dem aktualisierten Prüfungsinstrument.

Oktober 2011:
Wir bereiten unsere Zulieferer auf die bevorstehenden Sozial-Audits vor. Diese Audits sind Neuland für die meisten Zulieferer der Ebene 2, da es kaum Marken gibt, die diesen Teil der Lieferkette überprüfen. Wir wählen eine erfahrene, unabhängiges Prüfungsfirma, die Audit-Termine mit unseren Zulieferern vereinbart.

November 2011:
Gemäß einem neuen Landesgesetz (California SB 657 Disclosure), publizieren wir unsere Offenlegung nach dem California Transparency and Supply Chains Act auf der Patagonia-Website. Sie erläutert detailliert alle Schritte, die wir unternehmen, um Menschenhandel und Kinderarbeit in unserer Lieferkette zu unterbinden.

Dezember 2011:
Wir schulen alle Patagonia-Mitarbeiter, die mit der Lieferkette zu tun haben, zum Thema Menschenhandel.

Januar - September 2012:
In dieser Phase werden weltweit Audits aller unserer Material-Zulieferer erstellt. Die Audits in Taiwan ergeben, dass sieben Zulieferer Wanderarbeiter zu inakzeptablen Konditionen beschäftigen. Wir fordern sie umgehend dazu auf, Maßnahmen zur Verbesserung der Situation ihrer Wanderarbeiter zu ergreifen. Unsere SER-Mitarbeiter überprüfen die Zulieferer, stellen jedoch schnell fest, dass die Problematik der Wanderarbeiter in Taiwan systembedingt ist und an der Wurzel angegangen werden muss.

Unser SER-Team formuliert kurz-, mittel- und langfristige Strategien zur Bekämpfung des Menschenhandels in Taiwan, die wir unseren Führungskräften präsentieren. Sie umfasst folgende Phasen: Recherche & Einführung des Programms, Mängelbehebung und systemweite Skalierung wie unten beschrieben. Wir wollen nicht nur die Lage der Arbeiter in unserer Lieferkette verbessern, sondern die aller betroffenen Arbeiter in Taiwan. Und wir hoffen, auch andere Marken für dieses Ziel zu gewinnen.

Phase 1 - Recherche & Einführung

  • Kooperation mit anderen Marken, die an der gleichen Problematik arbeiten
  • Informationen zusammentragen
  • Richtlinien für die Beschäftigung von Wanderarbeitern entwickeln
  • Zulieferer schulen
  • Programm-Einführung bei unseren taiwanesischen Zulieferern durch ein Präsenzseminar vor Ort mit Top-Führungskräften von Patagonia
  • Eingehende Untersuchungen zur Situation der Wanderarbeiter

Phase 2 - Mängelbeseitigung

  • Lieferanten durch Schulung und Beratung unterstützen
  • Das Programm überprüfen und anpassen, um nachhaltige Korrekturmaßnahmen voranzutreiben
  • Entwicklung überwachen und melden
  • Treffen mit der taiwanesischen Regierung, um deren Kenntnisse, Schulungen und Unterstützung optimal zu nutzen.

Phase 3 - Systemweite Skalierung

  • Standard für die gesamte Lieferkette einführen
  • Unsere Standards und Bemühungen veröffentlichen
  • Weitere Treffen mit interessierten Marken arrangieren
  • Partnerschaften mit anderen Unternehmen weiterentwickeln, um das Programm auf alle Wanderarbeiter in Taiwan auszuweiten

Oktober 2012 - Februar 2013:
Wir informieren unsere Betriebsleitung und den Vizepräsidenten über die Situation hinsichtlich Zwangsarbeit und Menschenhandel bei unseren Materiallieferanten in Taiwan. Sie genehmigen mehr Personal und externe Berater, um diese Probleme zu lösen. Wir beschließen, zwei Experten für die Ausarbeitung des Wanderarbeiter-Programms einzustellen: einen in unserer Hauptniederlassung in Ventura und einen vor Ort in Taiwan. Wir beginnen mit der Suche nach einem CSR-Experten für Ventura.

Januar 2013:
Wir führen einen neuen Verhaltenskodex für Zulieferer ein, der Passagen zu Menschenhandel und Sklaverei beinhaltet. Die bisherige Version umfasste zwar bereits ein Verbot der Zwangsarbeit, aber nun ist klargestellt, dass dabei Menschenhandel und Sklaverei eingeschlossen sind.

März - Mai 2013:
Wir stellen in Ventua eine CSR-Expertin ein, um unser Wanderarbeiter-Programm zu leiten. Sie nimmt ihre Arbeit Ende Mai 2013 auf.

Mai 2013:
Unser SER-Team schult Patagonia-Designer und Einkäufer zum Thema Menschenhandel in unserer Lieferkette und über unser "4-Punkte Konzept" zum Lieferantenmanagement, das dem SER-Team ein Veto-Recht bei nicht-konformen Zulieferern einräumt.

Juni - Oktober 2013:
Unsere neu eingestellte SER-Managerin erarbeitet kurz-, mittel- und langfristige Strategien. Sie beginnt mit der Suche nach einem Außendienstleiter für Taiwan und organisiert Gespräche mit Marken unterschiedlicher Branchen zu den Themen Zwangsarbeit und Menschenhandel in der Lieferkette. Wir führen weiterhin weltweit Sozial-Audits unserer wichtigsten Rohmaterial-Lieferanten durch - auch in Taiwan.

November 2013 :
Nach intensiver Suche stellen wir einen CSR-Experten als Außendienstleiter für Taiwan ein. Wir laden rund 40 Marken zu einem eintägigen Forum zum Thema Menschenhandel in der Lieferkette nach San Francisco ein. Gerade einmal sieben erscheinen. Viele der anderen teilen mit, sie seien interessiert aber noch nicht bereit, dieses Problem anzugehen.

Januar 2014:
Zu unserer Strategie gehört eine gründliche Überprüfung der Behandlung von Wanderarbeitern in unseren taiwanesischen Zulieferer-Betrieben. Für vier Betriebe beauftragen wir ausführliche Gutachten zu allen Aspekten der Beschäftigung - von der Einstellung bis zur Rückreise ins Heimatland. Hierzu gehören u. a. Vermittlungsgebühren, Diskriminierung, Unterbringung, Löhne und Verträge. Wir erstellen eine Anforderungsliste, suchen unabhängige Experten für eine Zusammenarbeit und kooperieren schließlich mit zwei Organisationen, die auf die Bekämpfung von Menschenhandel in der Lieferkette spezialisiert sind. Wir bitten jede, zwei Gutachten zur Situation der Wanderarbeiter in Taiwan zu erstellen, für die Wanderarbeiter und ihre Vermittler befragt werden sollen.

Februar - April 2014:
Vier Wanderarbeiter-Gutachten werden erstellt und ausgewertet (etwas verzögert durch das Chinesische Neujahrs-Fest). Wir nutzen die Gelegenheit, um unterschiedliche Protokollier- und Erhebungs-Methoden für unser Prüfverfahren zu testen. Unsere Ergebnisse bestätigen das Ausmaß der Missstände bei der Beschäftigung von Wanderarbeitern in unseren taiwanesischen Zulieferbetrieben und bestärken uns darin, die Probleme aktiv anzugehen.

Juni - Juli 2014:
Wir beginnen eine Kooperation mit Verité, einer gemeinnützigen Organisation zur Bekämpfung des Menschenhandels in Lieferketten, und planen gemeinsam die beste Strategie. Wir entwerfen ein Konzept der wichtigsten Maßnahmen und Etappen und planen die ersten Schritte im Detail.

August - November 2014:
Gemeinsam mit Verité entwickeln wir unsere umfassenden Richtlinien für die Beschäftigung von Wanderarbeitern und Leitlinien zu ihrer Umsetzung. Wir bereiten ein Zulieferer-Treffen in Taiwan vor, bei dem wir die neuen Richtlinien bekanntgeben und unsere Zulieferer zur Behebung aller Misstände in diesem Bereich auffordern.

Dezember 2014:
Wir stellen unsere Richtlinien für die Beschäftigung von Wanderarbeitern fertig, lassen die gut 40 Seiten ins Chinesische übersetzen und übermitteln sie unseren taiwanesischen Zulieferern - per E-Mail und persönlich in Taiwan. Wir geben zwei Fristen bekannt: (1) Ab dem 1. Juni 2015 dürfen den Arbeitern keine Vermittlungsgebühren mehr auferlegt werden. (Die Arbeitgeber müssen sie nun entweder direkt einstellen oder die Vermittler-Gebühren selbst tragen.); (2) Allen Arbeitern, die vor dem 1. Juni 2015 eingestellt wurden, müssen bis zum 21. Dezember 2015 alle Einstellungsgebühren über dem legealen Limit zurückerstattet werden.

Alle von uns geladenen Zulieferer nehmen an dem Treffen in Taiwan teil - ebenso unsere Betriebsleiter, die für die Lieferkette zuständigen Vizepräsidenten und die Direktoren für Sozial- und Umweltverantwortung.

Im Zuge dieser Reise trifft sich unser SER-Team mit einem für Mitarbeiterentwicklung zuständigen Beamten des taiwanesischen Arbeitsministeriums. Sie sprechen über die Probleme der Wanderarbeiter, über die besten Praktiken und über mögliche Bereiche für eine Zusammenarbeit. Der Beamte bietet unseren Zulieferern eine Schulung zur Direkteinstellung von Wanderarbeitern an, um Vermittlungsgebühren für die Arbeiter zu vermeiden.

Januar 2015 - andauernd:
Unsere Direktoren der SER-Abteilung und der taiwanesischen Außenstelle arbeiten weiter eng mit den Zulieferern zusammen, um unsere neuen Standards innerhalb der vorgegebenen Fristen umzusetzen.

Auf Einladung des Weißen Hauses reisen unsere Betriebsleiter und SER-Teamleiter nach Washington DC, um am White House Summit on Human Trafficking teilzunehmen. Der Direktor unserer SER-Abteilung berichtet dort bei einem Ausschuss über unsere Arbeit.

Februar 2015:
Taiwans Arbeitsministerium schult unsere Lieferanten zum Thema Direkteinstellung von Wanderarbeitern.

März 2015:
Wir geben unsere Richtlinien für die Beschäftigung von Wanderarbeitern an die gesamte Lieferkette heraus, auch an Zuschneidereien, Nähereien und Material-Lieferanten außerhalb Taiwans.

März 2015 - andauernd:
Wir setzen unsere Kooperation mit Verité fort und lassen auf unsere Kosten Wanderarbeiter-Audits unserer taiwanesischen Zulieferer-Betriebe erstellen.

April 2015:
Der Direktor unserer SER-Abteilung wird von der International Labour Organization eingeladen, beim “Out of the Shadows” Symposium über moderne Sklaverei zu sprechen.

Juni 2015:
Wir veröffentlichen unsere Richtlinien für die Beschäftigung von Wanderarbeitern auf unserer Website, damit jeder sie lesen und nutzen kann.

November 2015:
Unser SER Manager und unser Field Manager treffen sich mit unseren Zulieferern in Taiwan, um sich die erzielten Fortschritte anzuschauen und Hilfe bei der weiteren Entwicklung anzubieten. Wir treffen uns auch mit der taiwanesischen Behörde zur Arbeitsförderung, um diese über die Arbeitsmigranten-Programme von Patagonia zu informieren, um sich über die staatlichen Bemühungen im Bereich Arbeitsmigranten zu informieren und um gemeinsam Bereiche für eine mögliche Zusammenarbeit zu ermitteln. Verité führt für unsere Zulieferer Schulungen zur Förderung von Arbeitsmigranten durch und zeigt dabei mögliche Ansätze auf, um die bestehenden Probleme anzugehen.

Dezember 2015:
Seit wir erkannt haben, dass es sich um ein Problem handelt, das die gesamte Industrie in Taiwan betrifft und dass eine Marke allein nur wenig ausrichten kann, setzen wir uns noch stärker dafür ein, dass sich auch andere Marken unserer Initiative anschließen. 40 Marken haben wir zu einem Webinar eingeladen, um sie über unsere Arbeit zu informieren. Dieses Mal nahmen 16 teil, was ein großer Fortschritt ist, im Vergleich zu den 7, die 2013 an unserer Konferenz teilnahmen. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Marken, welche dieselben Zulieferer wie wir haben, tragen wir dazu bei, dass die Implementierung der Standards für die Beschäftigung von Arbeitsmigranten vorangetrieben wird.

Februar 2016:
Unser VP of SER hält einen Vortrag im Rahmen einer Vorstandssitzung der Fair Labor Association. Dabei beschreibt er die aktuellen Probleme von Arbeitsmigranten innerhalb der Lieferkette und schlägt Möglichkeiten der Zusammenarbeit vor. Wir präsentieren unsere aktuellen Initiativen und legen dar, warum es so wichtig ist, dass die Marken zusammenarbeiten müssen, um die Probleme der Migrantenarbeit lösen zu können.

Mai 2016:
Das Arbeitsministerium von Taiwan bietet eine weitere Schulung zur direkten Einstellung an, an der fünf unserer wichtigsten Zulieferer teilnehmen. Während dieser Konferenz hebt das Ministerium insbesondere die Arbeit von Patagonia als Best Practice bei der Lösung der Probleme der Arbeitsmigranten hervor.

Oktober 2016:
Entwicklung eines benutzerfreundlichen Tools zur Durchführung einer Kostenanalyse. Damit können die Zulieferer ganz einfach die Differenz ermitteln, zwischen ihren aktuellen Personalbeschaffungskosten und den Kosten, die ihnen bei einer direkten Einstellung entstehen würde. Dies ist der erste Schritt auf dem Weg der vollständigen Eliminierung von Vermittlungsgebühren.

Dezember 2016:
Das SER-Team reist nach Taiwan, um sich mit den einzelnen Zulieferern zu treffen und deren Fortschritte zu überprüfen. Auf dieser Reise treffen wir uns mit Vertretern der Behörde zur Arbeitsförderung und Arbeitsvermittlung, und auf einer Konferenz zu Arbeitsbedingungen, an der Regierungsvertreter, NGOs und Wissenschaftler teilnahmen, präsentieren wir unsere Arbeit.

Mai 2017:
Wendy Savage, unsere Senior Manager für Supply Chain Responsibility wird vom Nomi Network für ihre Arbeit im Kampf gegen Menschenhandel ausgezeichnet. Das Nomi Network ist eine gemeinnützige Organisation zur Wirtschaftsentwicklung, die sich im Kampf gegen Menschenhandel in Indien und in Kambodscha engagiert.

Wir wurden als Fallstudie für Best Practice im  Best Practice Guidance on Ethical Recruitment of Migrant Workers vom Interfaith Center on Corporate Responsibility angeführt.

Juli 2017:
Veröffentlichung unserer aktualisierten Erklärung zum  California Transparency in Supply Chains Act (SB 657) und UK Modern Slavery Act.

August 2017:
Während wir in den Bereichen Entzug von Reisepässen, Ausgangssperre und zwingend vorgeschriebene Sparpläne Fortschritte machen, müssen wir feststellen, dass die vollständige Eliminierung von Vermittlungsgebühren immer noch eine Herausforderung für viele unserer Zulieferer darstellt. Um diesen Prozess zu beschleunigen, haben wir eine detaillierte „Roadmap to No Fees by 2020“ erarbeitet. Darin sind wichtige Meilensteine auf unserem Weg zur vollständigen Eliminierung von Vermittlungsgebühren festgelegt, die unsere Zulieferer und Patagonia in den nächsten drei Jahren, bis 2020, erreichen müssen.

Zusammen mit unserem Chief Operating Officer, Vice President of Social and Environmental Responsibility und Director of Materials kehren wir nach Taiwan zurück, um diese Roadmap einzuführen. Zudem treffen wir uns mit unseren wichtigsten Zulieferern, um deren Herausforderungen besser verstehen zu können, und um herauszufinden, wie wir sie am besten unterstützen können, um die notwendigen Änderungen auf dem Weg zur Eliminierung der Vermittlungsgebühren umzusetzen.

Unseren Zulieferern geben wir auch einige Tools und Vorlagen an die Hand, um sie bei ihren Bemühungen zur Implementierung dieser Änderungen zu unterstützen. Zusätzlich zu dem Kostenanalysen-Arbeitsblatt stellen wir ihnen eine Aktionsplan-Vorlage zur Verfügung, um unsere Zulieferer dabei zu unterstützen, einen klaren Pfad hin zur Eliminierung der Vermittlungsgebühren bis 2020 aufzuzeichnen.

Anmerkung: Die harte Arbeit und Anwesenheit unseres Experten in Taiwan hat in großem Maße zu den erzielten Fortschritten beigetragen.