Das Zwiebelprinzip: So kombinierst du Outdoor-Bekleidung für kaltes Wetter
Wenn du an kalten Wintertagen draußen unterwegs bist, machen die richtigen Bekleidungsschichten den Unterschied. Das Wetter kann sich schnell ändern, vor allem in den Bergen und bei niedrigen Temperaturen. Damit dich dein Outfit bei allen Bedingungen schützt, musst du Basisschicht, Wärmeschicht und Außenschicht nach dem sogenannten Zwiebelprinzip kombinieren. Egal, ob du bei eisigen Temperaturen auffellen, Trails crushen oder eine neue Route rotpunkten willst – in unserem Guide für den richtigen Zwiebellook erfährst du alles, was du wissen musst, um bei kaltem Wetter trocken und warm zu bleiben.
So bleibst du im Winter warm
Klettern, Trailrunning und Mountainbiken im Winter ist etwas ganz anderes als in den warmen Monaten. Eisige Luft, frostige Morgenstunden und Abstiege im Dämmerlicht sorgen für eine Extra-Dosis Abenteuer. Damit du die kalten Monate genauso genießen kannst wie den Sommer, musst du auf das Zwiebelprinzip setzen. Denn wenn du hochwertige Bekleidungsschichten richtig kombinierst, halten sie dich auch im größten Schmuddelwetter trocken und warm – egal ob beim Gipfelerklimmen oder Powdersurfen.
Nässe leitet Wärme 25-mal schneller von deinem Körper ab als Luft. Am wichtigsten ist es also, keine Feuchtigkeit auf der Haut entstehen zu lassen. Denn dann wird deine Kleidung feucht, was deine Körpertemperatur senkt. Gerade bei einem langen Ride oder einer mehrtägigen Tour unter anspruchsvollen Bedingungen kann das gefährlich sein. Hier schafft das Zwiebelprinzip Abhilfe. Mit den richtigen Schichten in der richtigen Kombination bleibst du länger trocken und warm – und hast mehr Spaß in der Natur.
Korrektes Layering für die Kälte leitet Feuchtigkeit vom Körper weg, lässt sie verdunsten und transportiert sie zur äußersten Bekleidungsschicht. Das 3-Schichten-Prinzip sollte effektiv isolieren und verhindern, dass Körperwärme nach außen entweicht. Außerdem schützt es dich vor Nässe. Und das Beste? Wenn du dir deinen eigenen Zwiebellook für kaltes Wetter zusammenstellst, kannst du dein Outfit perfekt an deinen Sport und das Wetter anpassen.
Wie funktioniert das Zwiebelprinzip bei kaltem Wetter?
Dein Zwiebellook besteht aus einem Baselayer, einem Midlayer und einer Shell. Die Basisschicht, in der Regel Funktions- oder Thermounterwäsche, transportiert Feuchtigkeit vom Körper weg. Danach kommt der Midlayer als Wärmeschicht. Und die Shell, deine Außenschicht, schützt dich vor Wind und Wetter. Zusammen regulieren diese drei Bekleidungsschichten deine Körpertemperatur und sorgen dafür, dass du trocken und warm bleibst.
Mit der richtigen Bekleidung für kaltes Wetter kannst du auch bei eisigen Temperaturen alles geben, egal ob beim Downhill oder beim Spuren im frischen Powder. Ein guter Zwiebellook für kaltes Wetter ist:
- Feuchtigkeitsregulierend: Die erste Schicht leitet Feuchtigkeit von der Hautoberfläche weg, sodass du trocken und warm bleibst.
- Temperaturregulierend: In der richtigen Kombination halten dich deine Layer auch bei Temperaturen weit unter null warm.
- Bequem: Weiche, atmungsaktive Materialien geben dir Bewegungsfreiheit und sorgen dafür, dass du dich beim Biken, Skifahren oder Laufen länger wohlfühlst.
- Flexibel: Durch cleveres Layering kannst du einzelne Schichten einfach und schnell an- oder ausziehen, wenn das Wetter umschlägt oder dir zu warm wird.
Was ist ein Baselayer?
Synthetische Funktionsunterwäsche
Vorteile:
- leicht
- schnelltrocknend
- feuchtigkeitsregulierend
Nachteile:
- nicht antibakteriell
- von Natur aus nicht so warm wie Merinowolle
Am besten geeignet für: intensive Outdoor-Aktivitäten und Tage, an denen du mit möglichst wenig Gewicht unterwegs sein willst.
Funktionsunterwäsche aus Merinowolle
Vorteile:
- antibakteriell
- temperaturregulierend, auch wenn sie feucht wird
- angenehm weich auf der Haut
Nachteile:
- weniger langlebig als synthetische Materialien
- weniger stretchig als synthetische Materialien
Am besten geeignet für: Aktivitäten mit wechselnder Intensität, mehrtägige Touren, besonders kalte Wetterbedingungen.
Funktions- oder Thermounterwäsche aus Mischgewebe kombiniert die Vorteile verschiedener Materialien, zum Beispiel von Natur aus geruchshemmende, wärmende und weiche Merinowolle mit langlebiger und schnell trocknender Kunstfaser. Sie eignet sich besonders gut für intensive Klettersessions, Sprints und andere schweißtreibende Aktivitäten.
Soll ich unter meiner Funktionsunterwäsche Unterwäsche tragen?
Auch wenn sie Funktions- oder Thermounterwäsche genannt und direkt auf der Haut getragen wird, empfehlen wir dir trotzdem, darunter eine Unterhose und ggf. einen Sport-BH zu tragen. Das gibt dir zusätzlichen Halt und ist bequemer. Außerdem trägt gute Unterwäsche ebenfalls zur Feuchtigkeitsregulierung bei.
Kann ich Funktionswäsche auch solo tragen?
Natürlich kannst du das. Manche starten beim Laufen oder Klettern nur in einem Baselayer ohne weitere Schichten darüber, damit ihnen nicht zu schnell zu warm wird.
Wir empfehlen dir jedoch, immer zusätzliche Bekleidungsschichten einzupacken, wenn du bei sehr kalten Temperaturen, in exponiertem Gelände (zum Beispiel am Berg) oder bei wechselnden Bedingungen unterwegs bist. Denn die wirst du brauchen, sobald du eine Pause einlegst. Und wenn dir doch zu warm wird, kannst du sie einfach wieder ausziehen und im Rucksack verstauen.
Unsere erste Funktionsunterwäsche aus Polypropylen haben wir 1980 gefertigt. Heute kannst du zwischen zwei verschiedenen Varianten unserer feuchtigkeitsregulierenden Capilene®️ Funktionswäsche aus recyceltem Polyester wählen:
Capilene®️ Midweight umfasst unsere leichtesten Modelle. Sie sind vielseitig und schnelltrocknend.
Am besten geeignet für: Outdoor-Aktivitäten wie Trailrunning bei milden Temperaturen.Die Reihe Capilene®️ Thermal Weight spendet dir mit ihrer offenmaschigen Gitterstruktur zusätzliche Wärme.
Am besten geeignet für: Outdoor-Aktivitäten bei kälteren Temperaturen.
Unser Tipp: Denk daran, dass du deine Funktionsunterwäsche oft unter einer Wärmeschicht tragen wirst. Wähle also keine zu warme Basisschicht.
Was ist ein Midlayer?
Isolationsbekleidung gibt es aus den verschiedensten Materialien, von Funktionsfleece über Daune oder Synthetikisolierung bis hin zu unserer Active Isolierung. Alle Materialien sind höchst atmungsaktiv und absorbieren die Feuchtigkeit, die deine Funktionswäsche nach außen transportiert.
Midlayer aus Fleece
Vorteile:
- hochgradig atmungsaktiv
- von Natur aus wärmend
- angenehm weiches Tragegefühl
Nachteile:
- weniger komprimierbar als andere Materialien
- weniger geeignet für nasses, windiges Wetter
Am besten geeignet für: intensive Outdoor-Aktivitäten bei kaltem Wetter.
Midlayer mit Daunenisolierung
Vorteile:
- ausgezeichnetes Wärme-Gewicht-Verhältnis
- kompakt verstaubar
- leicht
Nachteile:
- halten nicht mehr warm, wenn sie nass werden
- trocknen eher langsam
Am besten geeignet für: trockene Kälte, wenn du Gewicht und Platz sparen willst.
Midlayer mit synthetischer Isolierung
Vorteile:
- halten auch warm, wenn sie nass werden
- schnell trocknend
- atmungsaktiver als Daune
Nachteile:
- weniger warm als Daune
- weniger komprimierbar als Daune
Am besten geeignet für: nasses, kaltes Wetter.
Midlayer mit Active Isolierung
Vorteile:
- ausgezeichnete Atmungsaktivität
- stretchiger als andere Materialien
- temperaturregulierend
Nachteile:
- weniger warm als Daune
- weniger komprimierbar als Daune
Am besten geeignet für: intensive Outdoor-Aktivitäten bei niedrigen Temperaturen.
Das Regulator® Technical fühlt sich bei wechselnden Bedingungen wohl und sollte in deinem Zwiebellook nicht fehlen. Dieses Funktionsfleece besteht aus einem vielseitigen, hoch atmungsaktiven Gewirk, das dich bei anspruchsvollen Klettersessions in den Bergen und Gipfelbesteigungen im Winter warm hält. Wenn du dich für einen Midlayer mit Active Isolierung entscheidest, bieten dir unsere Nano-Air®️ Layer hervorragende Atmungsaktivität und Temperaturregulierung.
Unser Tipp: Überlege dir, wo und wie du deinen Midlayer tragen wirst. Für welche Sportarten oder Aktivitäten benötigst du ihn? Für welches Klima? Und nicht zuletzt: Welchen Schnitt soll er haben? Jacken, Westen, Pullover – bei uns findest du die passende Wärmeschicht.
Was ist eine Shell-Jacke?
Softshells
- sehr bequem
- relativ viel Stretch
- hochgradig atmungsaktiv
- wasserabweisend dank DWR-Imprägnierung
Windshells
- winddicht
- DWR-Imprägnierung lässt Feuchtigkeit und leichten Regen abperlen
- kompakt verstaubar
Wasserdichte Shells
- hervorragender Schutz vor Regen, Wind und Schnee
- atmungsaktiv
Je nachdem, für welche Shell du dich entscheidest, bist du mehr oder weniger gut vor Wind und Wetter geschützt. Die meisten Shells haben eine wasserabweisende DWR-Imprägnierung, die Nässe an der Oberfläche abperlen lässt. Das ist besonders wichtig, damit du innen trocken bleibst und nicht auskühlst. Um unseren Fußabdruck zu reduzieren, stellen wir bereits heute 99% unserer Produkte mit wasserabweisender Imprägnierung ohne den Einsatz von PFAS her.
Unser Tipp: Überlege, wie wichtig es dir ist, dass deine Außenschicht wasserdicht ist. Wenn du oft bei starkem Schneefall Ski fährst, ist eine wasserdichte Shell-Jacke ein Muss. Wenn dir maximale Bewegungsfreiheit und Komfort wichtig sind und du eher bei trockenen Bedingungen unterwegs bist, reicht möglicherweise eine Softshell aus. Wenn du nach einer leichten Außenschicht suchst, die du kompakt verstauen kannst, ist eine Windshell die perfekte Wahl.
Mountainbiken bei kaltem Wetter: Tipps für den idealen Zwiebellook
Frost auf den Trails und Atemwolken in der Luft: Mountainbiken im Winter kann mindestens genauso viel Spaß machen wie bei sommerlichen Temperaturen, wenn du dich gut auf die härteren Bedingungen vorbereitest. Mit dem Zwiebelprinzip und der richtigen Mountainbike-Bekleidung für kaltes Wetter sind wechselnde Temperaturen und Wetterumschwünge kein Problem.
- ein angenehmes Tragegefühl auf der Haut für lange Sessions (ggf. mit Sitzpolster)
- flache Flatlock-Nähte, um Scheuern und Reiben zu vermeiden
- ein vielseitiger mittelstark isolierter Midlayer
- mit einem robusten, strapazierfähigen Design für technisch anspruchsvollere Rides
- ein längerer Schnitt am Rücken für zusätzlichen Schutz
- Belüftungsreißverschlüsse unter den Armen
- winddichtes Material, damit du beim Downhill warm bleibst
Trailrunning bei kaltem Wetter: Die besten Bekleidungstipps für den Zwiebellook
Es gibt nichts Schöneres als herbstliche oder winterliche Trailruns in den Bergen. Aber damit du auch in der kalten Jahreszeit sicher unterwegs bist, solltest du für Temperaturen zwischen -5 und 5 °C ausgerüstet sein. Auch Regen und leichter Schnee sind nicht selten. Und in der Höhe kommt gern auch noch frostiger Wind hinzu. Aber keine Sorge: Mit dem richtigen Zwiebellook kannst du dich voll und ganz auf deine neue PB konzentrieren.
- ein leichtes, eng anliegendes Longsleeve aus Merinowolle oder Kunstfaser
- warme Lauftights
- Kompressionstights und optional Laufshorts darüber
- ein Longsleeve aus Fleece
- eine leichte Weste
Beide Optionen wirken isolierend, ohne deine Bewegungsfreiheit einzuschränken.
Außerdem praktisch zum Trailrunning bei kaltem Wetter: feuchtigkeitsregulierende Socken (zum Beispiel aus einem Mischgewebe mit Merinowolle), leichte Laufhandschuhe und eine Laufmütze oder ein Stirnband für warme Ohren. Ein Schlauchtuch schützt dein Gesicht vor kaltem Wind.
Klettern bei kaltem Wetter: Mit dem Zwiebellook warm bleiben
Die kalte Jahreszeit kann die besten Bedingungen für schwere Routen bieten: Kühlere Herbsttemperaturen sorgen für extra Grip und Reibung. Damit du das für dich nutzen kannst, solltest du aber auch auf kalten Wind und den ein oder anderen Regenschauer vorbereitet sein. Und wenn der Fels im Schatten liegt, kann es beim Sichern schon mal kühl werden. Beachte auch beim Klettern das Zwiebelprinzip und bleibe mit unserer Kletterbekleidung für kalte Tage auf jeden Wetterwechsel vorbereitet.
- ein ärmelloses Oberteil oder Longsleeve
- Funktionstights und optional eine Hardshell-Hose darüber
Achte darauf, dass deine Funktionsunterwäsche dehnbar ist für uneingeschränkte Bewegungsfreiheit am Fels.
- ein Fleeceoberteil für uneingeschränkte Bewegungsfreiheit
- eine Isolationsjacke mit Synthetik- oder Daunenfüllung für besonders kalte Tage
- mit Kapuze für extra Kälteschutz
- eine Softshell-Kletterhose unter deiner Hardshell-Hose (optional)
- eine wärmende Isolationsweste beim Sichern
Gerade beim längeren Sichern tragen viele Kletterbegeisterte eine Kombination aus Isolationshose und einer zusätzlichen leichten und kompakten Wärmeschicht, die über der Außenschicht getragen wird. Noch mehr Wärme spenden Socken, isolierte Kletterhandschuhe, eine Mütze oder ein Stirnband und ein Schlauchtuch.
Das Zwiebelprinzip beim Skifahren, Snowboarden und anderen Wintersportarten
In den Bergen kann das Wetter von einem Moment auf den anderen von strahlendem Sonnenschein in Whiteout-Bedingungen umschlagen. Auch beim Skifahren und Snowboarden hältst du dich deshalb am besten an das 3-Schichten-Prinzip. So bleibst du den ganzen Tag über warm und trocken.
Das Zwiebelprinzip beim Wandern: Warm bleiben bei Kälte
Wandern macht nicht nur im Sommer Spaß. Trotzdem solltest du dich bei deinen Touren auf die kälteren Temperaturen einstellen – vor allem, da das Wetter gerade in den Bergen schnell umschlagen kann. In den seltensten Fällen ist es nötig, gleich zu Beginn deiner Tour deine gesamte Wanderbekleidung für kaltes Wetter zu tragen. Ziehe stattdessen nach und nach mehr Schichten an und achte darauf, dass du nicht ins Schwitzen gerätst, denn kalter Schweiß kann im schlimmsten Fall zu einer Unterkühlung führen. Deine wärmenden Isolationsschichten ziehst du erst an, wenn dir kalt wird oder du auf deiner Tour größere Höhenunterschiede überwindest.
- synthetischen Materialien
- leichten bis mittelschweren Naturfasern wie Merinowolle
- oder einer Kombination aus natürlichen und synthetischen Materialie
- ein Midlayer aus Fleece
- ein isolierender Midlayer
- eine Isolationsweste
Vermeiden solltest du auf jeden Fall Baumwolle. Die fühlt sich zwar angenehm auf der Haut an, nimmt aber deine Körperfeuchtigkeit auf und trocknet nur sehr langsam. So läufst du Gefahr auszukühlen.
Achte auch darauf, dass sich deine Außenschicht und Wärmeschicht so komprimieren lassen, dass sie möglichst wenig Platz im Rucksack einnehmen. Und vergiss nicht: Je größer und schwerer dein Rucksack ist, desto wärmer wird dein Rücken. Praktisch sind daher Mesh-Einsätze auf der Rückseite deiner Bekleidungsschichten, um die Belüftung zu verbessern.
Für extra Wärme auf Wanderungen bei kaltem Wetter sorgen außerdem dickere Wanderhosen. Damit Kopf und Hände kuschelig warm bleiben, trägst du am besten eine Mütze, ein Schlauchtuch und Laufhandschuhe.
Ab nach draußen – mit dem Zwiebelprinzip auch bei kaltem Wetter
Die Bedingungen in den Bergen sind wechselhaft und Outdoor-Bekleidung muss vielseitig sein. Wir setzen uns für die Erforschung, Entwicklung und Verbesserung langlebiger, verantwortungsbewusster Materialien ein, die du nach dem 3-Schichten-Prinzip und bei den unterschiedlichsten Witterungsbedingungen tragen kannst.
Lass dich von sinkenden Temperaturen und nassem Wetter nicht einschüchtern. Mit hochwertigen Bekleidungsschichten und einem durchdachten Zwiebellook machen auch die kältesten Tage Spaß.