H₂No™ Performance Standard
Unser H2No™ Performance Standard ist Patagonias Maßstab für Wasserdichtigkeit, Atmungsaktivität und Strapazierfähigkeit.
Warum
Viele wasserdichte Produkte halten dich trocken und komfortabel – bis sie es nicht mehr tun. Delaminierung, verminderte Haltbarkeit oder geringere Atmungsaktivität, das alles ist nicht gerade hilfreich, wenn du beim Klettern schwitzt oder – noch schlimmer – bei Minusgraden unter einer durchnässten Jacke leidest.
Als wir anfingen, atmungsaktive, wasserdichte Produkte zu entwickeln, wollten wir Ausrüstung herstellen, die auf höchstem Niveau und über lange Zeit hinweg funktioniert.
Um sicherzustellen, dass jedes Produkt unsere Leistungs- und Langlebigkeitsstandards erfüllt, haben wir eine Reihe von Tests zur Wasserdichtigkeit, Atmungsaktivität und Strapazierfähigkeit durchgeführt. So streng, dass wir guten Gewissens unsere kompromisslose Garantie gewähren können.
Was ist der H₂No® Performance Standard?
Wir überprüfen unsere Materialien und Produkte vor einer erneuten Prüfung unter extremen Wasserbedingungen, um sicherzustellen, dass sie dich auch nach intensiver Nutzung schützen.
Was wir bereits tun
Unser H₂No™ Performance Standard ist keine Technologie oder ein bestimmtes Material – es ist ein umfangreiches, jahrelanges Testverfahren, das jedes einzelne unserer wasserdichten Materialien und Produkte sowohl im Labor als auch im Feld bestehen muss, um das H₂No-Gütesiegel zu erhalten. Die Anforderungen an diesen Standard sind bewusst hoch gesteckt, denn wir wollen nur hinter Produkten stehen, die eine lang anhaltende Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität garantieren.
Labortests können Mutter Natur zwar nicht perfekt imitieren, aber sie sind äußerst nützlich, um unsere H₂No-Materialien zu entwickeln und sicherzustellen, dass sie vier wichtigen Leistungsansprüchen gerecht werden: Wasserdichtigkeit, Atmungsaktivität, wasserabweisende Oberfläche und langfristige Strapazierfähigkeit.
Außerdem arbeiten wir eng mit einer ausgewählten Gruppe von Tester:innen zusammen, die aufgrund ihrer sportlichen Kompetenz ausgewählt wurden und unsere Materialien mit größtem Vergnügen bis an ihre Grenzen testen. Zudem holen sie unsere kreativen Designer:innen ab und zu auf den Boden der Tatsachen zurück. Sie helfen uns zu überprüfen, ob die Materialien, das Design und die Konstruktion für eine Vielzahl von Aktivitäten geeignet sind, egal ob es sich um alpine Touren, lange Skitage oder heftige Unwetter handelt.
Das H₂No-Testverfahren war ein wesentlicher Schritt auf unserem Weg, vollständig auf den Einsatz perfluorierter Chemikalien zu verzichten. Seit der Frühjahrskollektion 2025 stellen wir alle unsere neuen Produkte – einschließlich jener mit wasserabweisenden Imprägnierungen und Membranen – ohne den Einsatz von PFAS her. Sie alle haben unsere rigorosen H₂No-Tests bestanden.
Ist es allerdings möglich, dass PFAS trotzdem in unseren Produkten vorkommen? Es gibt mehr als 14.000 PFAS-Chemikalien, die unter die neuen, am 1. Januar 2025 in Kraft getretenen Gesetze fallen. Nur wenige davon werden aus funktionalen oder technischen Gründen tatsächlich in Bekleidung eingesetzt – auf diese verzichten wir komplett. Gleichzeitig untersucht die Branche noch, wie und wo andere PFAS in verschiedenen Bestandteilen von Bekleidung und in den Herstellungsprozessen auftreten können. Wir verfolgen den aktuellen Stand der Wissenschaft genau, um sicherzustellen, dass unsere Lieferkette und unsere Produkte die neuesten Forschungsergebnisse zu diesen Substanzen und ihren potenziellen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt berücksichtigen.
Kurz: Wenn eine Chemikalie von den neuen Gesetzen erfasst wird, kommt sie bei Patagonia nicht zum Einsatz.
Nachfolgend beschreiben wir das H₂No-Verfahren ausführlicher.
PHASE 1: PRÜFUNG DER MATERIALIEN IM LABOR
Wasserdichtigkeit
Um die vollständige Wasserdichtigkeit zu prüfen, unterziehen wir unsere Materialien einem „Killer-Waschtest“, der durch ständiges Knicken und Scheuern einen bis zu 30 Jahre langen, harten Einsatz bei strömendem Regen simuliert. Wir messen dies, indem wir Druck – in Form eines Zylinders gefüllt mit Wasser, der in Millimetern gemessen wird – auf den Stoff ausüben, um zu sehen, wie weit wir gehen können, bevor das Material undicht wird. Die ersten Killer-Waschtests werden bei 20.000 mm Wassersäule durchgeführt. Anschließend dann noch einmal, um sicherzustellen, dass das Material eine Wasserdichtigkeit von 10.000 mm WS beibehält. Das bedeutet, dass wir nur Materialien auswählen, die den Industriestandards für Wasserdichtigkeit auch nach intensiver Nutzung entsprechen.
Atmungsaktivität
Atmungsaktivität bedeutet, dass ein Stoff gleichzeitig Wasser von außen abweisen und Wärme, Schweiß und Feuchtigkeit von innen entweichen lassen muss. Wir testen dies, indem wir die Moisture Vapor Transmission Rate (MVTR) und den Resistance to Evaporative Heat Transfer (RET) eines Materials messen. Diese Tests messen, wie effektiv Wasserdampf und Luft ein wasserdichtes Material unter verschiedenen Bedingungen durchdringen können, vom Fliegenfischen bis zum Bergsteigen. Anschließend testen wir die Atmungsaktivität nach der Killerwäsche erneut, um sicherzustellen, dass das Material auch nach simuliertem, längerem Gebrauch die oben genannten Eigenschaften erfüllt.
Wasserabweisende Oberfläche
Selbst wenn kein Wasser durch die wasserdichte Membran eindringt, kann ein durchnässter Oberstoff die Atmungsaktivität und den Komfort verringern. Deshalb ist es so wichtig, dass das Wasser an der Oberfläche abperlt, bevor die Feuchtigkeit die Innenbeschichtung oder die Laminierung erreicht. Um das zu testen, besprühen wir unsere Materialien mit Wasser in unterschiedlicher Intensität, um leichten und starken Regen zu simulieren, und messen die daraus resultierenden Perlen auf einer Skala von 1 bis 5. Nach der Killerwäsche testen wir die Materialien erneut, um sicherzustellen, dass sie auch nach intensiver Nutzung noch wasserabweisend sind und Wasser abperlt. (Wenn du deine Shell-Jacke liebst, wird sie dich auch lieben: Du kannst die Oberflächenabweisung durch normales Waschen und Pflegen auffrischen. Hier erfährst du mehr dazu.)
Langfristige Strapazierfähigkeit
Indem wir Tests vor und nach der Killerwäsche durchführen, erhalten wir ein hervorragendes Gefühl dafür, wie sich ein Material nach jahrelangem Gebrauch verhält – nicht nur in Bezug auf die Wasserdichtigkeit, sondern auch auf die physikalische Konstruktion. Wir achten auf Delaminierung, Degradation der Membran und mehr. Wir testen nicht nur die Wasserdichtigkeit, sondern auch die physische Strapazierfähigkeit unserer Materialien, indem wir ihre Zugfestigkeit, Reißfestigkeit und Abriebfestigkeit messen, um sicherzustellen, dass sie jeder Wetterlage und jedem Gelände gewachsen sind.
PHASE 2: PRÜFUNG DER MATERIALIEN IM FELD
Sobald ein Material unsere zahlreichen Labortests bestanden hat, wird es in ein bestehendes Produktdesign eingearbeitet – z. B. ein zukünftiges Material, das in die Silhouette der Triolet Alpine Jacket eingenäht wird – damit unsere Produkttester:innen uns helfen können, den Komfort in der Praxis zu beurteilen. Manchmal vereinen wir sogar zwei verschiedene Materialien in einem Design, damit unsere Tester:innen die Leistung direkter vergleichen können. Jedes Material, das wir für den Einsatz in Betracht ziehen, wird mindestens zwei Monate lang kontinuierlich in der Praxis eingesetzt, bevor es überhaupt für ein Produkt in Betracht gezogen wird.
PHASE 3: PRÜFUNG DES DESIGNS IM LABOR
Sobald ein einzelnes Material unsere Labor- und Feldtests bestanden hat und für ein neues Produkt verwendet wird, führen wir weitere Tests durch, um sicherzustellen, dass das Material und das Design unseren (sehr hohen) Standards entsprechen. Dabei analysieren wir:
Strapazierfähigkeit und Konstruktion: Nähte, Bänder und Blenden müssen genauso haltbar sein wie unsere Stoffe. Deshalb müssen die fertigen Kleidungsstücke zusätzliche Labortests bestehen, z. B. um sicherzustellen, dass die Nähte vor und nach einer Killerwäsche nicht undicht werden.
Designausführung und Funktion: Alle unsere Produkte werden von unseren Design-, Qualitäts- und Reparaturteams sorgfältig geprüft, um sicherzustellen, dass du dich nie mit Problemen wie durchnässten Schieberabdeckungen herumschlagen musst. Sie stellen auch sicher, dass die wichtigsten Elemente leicht repariert werden können, damit du deine Bekleidung lange verwenden kannst und sie nicht auf der Deponie landet.
Prüfen von Prototypen: Wir bitten unsere Botschafter:innen und andere Tester:innen, einzelne Prototypen auf Herz und Nieren zu prüfen. Wir beginnen mit einer Version, analysieren ihr Feedback, nehmen Änderungen vor und wiederholen den ganzen Prozess, bis wir die effektivste und zuverlässigste wasserdichte Version des Produkts haben.
PHASE 4: PRÜFUNG DES FINALEN DESIGNS IM LABOR
Nach Abschluss des Prototyping-Prozesses werden Dutzende Muster des finalen Designs von unseren globalen Botschafter:innen monatelang draußen getestet. So können wir sicherstellen, dass das Endprodukt die hohen Erwartungen unserer Kund:innen in jeder Hinsicht erfüllt. Das ist so eine Art letzter Härtetest.
Unsere Zukunft
Wir testen unsere wasserdichten Materialien nicht nur gründlich (und immer wieder), sondern arbeiten auch aktiv daran, die Auswirkungen unserer Produkte auf die Umwelt zu verringern. Unser Ziel: Produkte mit der bestmöglichen funktionalen Performance herzustellen, ohne dabei erdölbasierte Materialien oder perfluorierte Chemikalien PFAS für unsere wasserabweisenden DWR-Imprägnierungen zu verwenden. Diese können nämlich nur über Tausende von Jahren abgebaut werden und sind gesundheitsschädlich für Mensch und Tier. Bis 2025 stellen wir die dauerhaft wasserabweisenden Membranen und Imprägnierungen für alle unsere Produkte auf fluorfreie Alternativen um, etwa für Outerwear, Isolationsbekleidung und Midlayer.