Die Senderos-Community
Senderos begann mit einem einfachen Ziel: Läufer:innen mit wunderschönen, vom Menschen bedrohten Trails bekannt zu machen. Felipe Cancino hat viele Jahre in den Bergen und Tälern des chilenischen Maipo-Tals verbracht – und jahrelang beobachtet, wie das Alto Maipo-Wasserkraftwerk die Artenvielfalt und die lebenswichtige Wasserquelle der Landschaft bedroht. „Wir hatten ein gravierendes Umweltproblem und eine Community, die sich nicht unbedingt für den Schutz dieses empfindlichen Ökosystems einsetzte“, sagt er. „Ich wollte eine Verbindung herstellen zwischen den Orten, an denen wir auf Trails laufen, und den Bedrohungen, denen diese Orte ausgesetzt sind.“
Für diejenigen, die in der Nähe von Santiago leben, und für diejenigen, die es besuchen, ist das Maipo-Tal ein Mekka der Natur. Das Maipo-Tal umfasst einen 69 Kilometer langen Abschnitt des Maipo-Flusses, der sich durch Alpentäler und leuchtend grüne Wälder schlängelt, in denen sich viele Kilometer an Trails und einige der höchsten Gipfel Chiles befinden. Dann verläuft der Maipo-Fluss in Richtung Norden nach Santiago, wo er 7,1 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt. Das Tal war auch lange Zeit Schauplatz von Staudämmen und Bergbauprojekten. Also beschloss Cancino, Läufer:innen, Aktivist:innen und Wissenschaftler:innen zusammenzubringen, um die Trails gemeinsam zu erleben und sich für diese einzusetzen.
Bei jedem Senderos-Event leitet Cancino einen Gruppenlauf, der von Vorträgen lokaler Umweltschützer:innen und Workshops zum verantwortungsvollen Umgang mit den Trails begleitet wird. Die Teilnehmer:innen erleben die atemberaubenden Berge, Gletscher und Wälder des Maipo-Tals und lernen gleichzeitig etwas über die Umweltbedrohungen. „Mein Ziel ist es, Läufer:innen mit den Orten und Ökosystemen zu verbinden, zu denen sie gehören“, sagt er, „ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig diese Orte sind, und die Läufer:innen zu motivieren, sich für diese einzusetzen.“ Am Ende von jedem Event besteht die Gelegenheit, sich direkt zu engagieren, indem du Petitionen unterschreibst und dadurch Unterschriften gesammelt werden.
Wie bei so vielen Bewegungen hat ein kleiner Schritt viele Menschen dazu inspiriert, mitzumachen. Im Jahr 2022 expandierte Senderos nach Ecuador. Cancino arbeitet mit mehreren ecuadorianischen Läufer:innen und Umweltschützer:innen zusammen, um ein Event im Choco Andino zu veranstalten: Dabei geht es um einen Regenwald, der eine lebenswichtige Artenvielfalt beherbergt und Quito mit Nahrung und Wasser versorgt, aber durch Bergbauaktivitäten bedroht ist.
Photos: (Top) Felipe Cancino teeing up a group run in Ecuador. ESTEBAN BARRERA (Middle) Experiencing flow state at one of the Senderos events in Ecuador. FERNANDO DÁVILA (BOTTOM) Moving through lush, green trails at a Senderos event in Ecuador. FERNANDO DÁVILA