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ANDREW BURR

Dieser Artikel ist Teil einer Reihe von Beiträgen über die Stärken und Schwächen unseres unternehmerischen Handelns. Alles, was wir tun, wirkt sich auf die Erde aus. Der erste Teil der Patagonia-Firmenphilosophie lautet: „Stelle das beste Produkt her, belaste die Umwelt so wenig wie möglich ...“. Doch er definiert eher einen Weg als ein Ziel, das sich endgültig erreichen ließe. Wir müssen jederzeit unsere Umweltbelastung kennen, unsere Methoden ständig in Frage stellen und stets mit ganzer Kraft nach besseren Lösungen streben. Mit Artikeln wie diesem versuchen wir, unsere Kunden besser zu informieren und für dieses Engagement zu gewinnen.

Ein Hütchenspiel im Dunkeln

Es ist unglaublich schwer, die durch unsere technische Kleidung verursachte Umweltbelastung zu reduzieren – besonders die der Shells. Anders als bei anderen unserer Produkte kann von einer Shell das Überleben abhängen und sie muss daher auch bei extremstem Wetter absolut zuverlässig funktionieren. Doch um diese hohe Leistung zu erreichen, sind wir leider auf fossile Energieträger angewiesen. Patagonia ist ständig auf der Suche nach alternativen Materialien und Verfahren, doch unsere ökologischen Ziele gehen weit über die Möglichkeiten aktueller Shell-Technologie hinaus.

Die Nachteile: Unbekannte Quellen

Die Nylon- und Polyester-Polymere, die wir für unsere technischen Shells (und einige andere Produkte) verwenden, sind weder unbegrenzt verfügbar noch nachhaltig und die DWR (durable water repellent) Imprägnierung unserer technischen Shells enthält potenzielle Umweltgifte. Zudem tragen die für die Herstellung dieser Materialien erforderlichen, fossilen Energieträger mit zum Klimawandel bei. Das heißt: Solange wir für unsere Shells nicht-recycelte Materialien verwenden, sind wir mit für die Erderwärmung verantwortlich. Das können wir nicht einfach ignorieren.

Die globale Durchschnittstemperatur steigt. Nach den letzten Meldungen der NASA vom Januar 2014 lag sie 0,68°C über der Temperatur vor Beginn der Industriezeit. Die meisten Wissenschaftler sind sich darin einig, dass ein Anstieg von mehr als 2°C das Leben auf unserem Planeten grundlegend verändern wird. Und fast die Hälfte davon haben wir schon erreicht.


2014 war nach Analysen von NASA-Wissenschaftlern das wärmste je gemessene Jahr seit 1880. Dieses Zeitraffer-Video zeigt die Entwicklung der fünfjährigen Durchschnittstemperaturen zwischen 1880 und 2014 nach Schätzungen von NASA-Experten. Besonders erschreckend ist die Entwicklung in nur 30 Jahren von 1984 bis 2014.

Unser Planet hat mit Annäherung an die 2°C-Schwelle bereits deutliche Veränderungen erfahren, doch das Schlimmste steht uns sicher noch bevor. Die Ozeane erwärmen sich, das Eis geht zurück, die Polkappen schmelzen, die Gletscher tauen ab, die Schneedecke schrumpft, das Meerwasser wird saurer und – was für den Menschen vielleicht am deutlichsten spürbar ist – die Wetterextreme werden häufiger und ausgeprägter. Wenige der heutigen Arten haben je auf einem so warmen Planeten gelebt und die Belege häufen sich, dass dieser alarmierende Temperaturanstieg weitgehend durch die Nutzung fossiler Brennstoffe verursacht wird, die auch wir für unsere Produkte verwenden.

Auch wir sind Teil des Problems. Ein aktueller Beitrag in der Zeitschrift Nature nennt die Regionen der Welt, in denen keine fossilen Energieträger gewonnen werden dürfen, wenn wir unter der 2°C Schwelle bleiben wollen. Doch fossile Energieträger – wie wir sie für unsere Jacken verwenden – sind Rohstoffe. Und obwohl Patagonia seine Lieferkette genauer kennt als die meisten anderen Firmen der Branche, können wir unmöglich sagen, wo unsere fossilen Energieträger gewonnen werden. Daher können wir auch nicht genau beziffern, wie hoch der Schaden ist, den wir mit jeder Jacke aus nicht-recycelten Polymeren verursachen. Wir wissen jedoch, dass ihre Herstellung in jedem Fall zum Klimawandel beiträgt und unseren Planeten näher an den Kipp-Punkt heranführt.

 

H2No

Die Vorteile: Haltbare Konstruktion

Technische Shells von Patagonia sind Ausrüstung zum Anziehen. Jedes Modell ist das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses, der auf Funktionalität, Zuverlässigkeit, Haltbarkeit, Qualität und Schlichtheit basiert. Unsere Shells bestehen aus bewährten, dauerhaften Materialien wie GORE-TEX® und H2No™ Performance Standard Laminaten. Sie werden harten Praxistests in mehreren Durchläufen unterzogen und müssen unseren 24-stündigen Killer-Waschtest überstehen, der Jahre extremster Beanspruchung simuliert. Unsere Kunden wissen und erwarten zu Recht, dass ihre Patagonia-Shell sie viele Jahre lang vor Wind und Wetter schützt, ehe sie ersetzt werden muss.

Und Produkte, die lange Zeit harter Beanspruchung widerstehen, bedeuten eine erhebliche Einsparung an Rohstoffen und Energie im Vergleich zu der größeren Zahl kurzlebiger Produkte, die man sonst herstellen müsste. Zudem würden diese kurzlebigen Produkte in den meisten Teilen der Welt früher auf der Müllkippe oder in Verbrennungsanlagen landen als die langlebigen. 2012 wurden allein in den USA durch die Verbrennung von synthetischen Fasern 1,1 Millionen Tonnen CO2e (CO2-Äquivalent) freigesetzt und weitere 8,5 Millionen Tonnen CO2e durch Textilien auf den Mülldeponien. (Das CO2-Äquivalent beziffert die Summe aller Treibhausgas-Emissionen).

Unser Fazit

Patagonia verlangt von sich selbst und von anderen uneingeschränkte Transparenz im modernen Geschäftsleben. Doch es ist für jede Firma schwierig, Rohstoffe aus den bestmöglichen Quellen zu beziehen, wenn diese Quellen nicht bekannt sind. Die derzeit beste Lösung, um den Beitrag unserer Shells zum Klimawandel zu reduzieren, besteht folglich darin, recycelte Materialien zu kaufen und ständig neue Wege zu suchen, um unsere Produkte zu recyceln, damit sie nicht in der üblichen Müllentsorgung landen. Um dieses Problem zu lösen, ohne die Haltbarkeit zu gefährden, die zu den Stärken unserer Shells zählt, haben wir die verschiedensten Alternativen zu fossilen Energieträgern getestet und Stoffe aus recyceltem Polyester entwickelt. Doch recyceltes Nylon ist noch immer weniger haltbar, schwerer und nicht in ausreichender Menge verfügbar, sodass wir weiterhin auf dauerhafteres Neumaterial angewiesen sind. Ist das die richtige Entscheidung? Kann man überhaupt alle Einzel-Faktoren beziffern, um zu wissen, welche Entscheidung die richtige ist?