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Patagonia Daune mit Herkunftsnachweis

Patagonia ist die weltweit erste Marke, die sowohl nach dem Responsible Wool Standard als auch nach dem Traceable Down Standard zertifiziert ist.

Patagonia Daune mit Herkunftsnachweis bietet eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von den Elterntierfarmen bis zur Kleidungsherstellung. Damit möchten wir sicherstellen, dass die Vögel, von denen die Daunen stammen, artgerecht gehalten werden und nach den strengsten Standards des Tier- und Verbraucherschutzes geschützt sind. Dazu gehören unter anderem strenge Voraussetzungen in allen Bereichen der Vogelhaltung, und insbesondere der Schutz vor Zwangsfütterung und Lebendrupf.

2007 begannen wir damit, unsere Daunen-Lieferkette im Interesse der artgerechten Tierhaltung rückzuverfolgen. Und seit Herbst 2014 erfüllen all unsere neu hergestellten Daunen, die wir zur Isolierung unserer Produkte verwenden, unseren eigenen Patagonia Traceable Down Standard. Mit unserer Herbst 2017 Kollektion sind wir noch einen Schritt weiter gegangen und kündigten an, dass all unsere neu hergestellten Daunen ebenfalls nach dem certified to the Global Traceable Down Standard (Global TDS) von NSF International zertifiziert sind, und zwar nach dem Advanced-Level.

Im Jahr 2018 hat Patagonia diesen Weg weiter fortgesetzt und die Zertifizierung auf Markenebene erreicht. Damit sind wir die erste Outdoor-Marke, die nach dem Advanced Global Traceable Down Standard zertifiziert ist. Diese zusätzliche Zertifizierungsebene erstreckt sich auf unsere internen Systeme zur Rückverfolgbarkeit der Produkte sowie auf unser Vertriebszentrum. Damit ist nicht nur das Daunenmaterial in unseren Produkten zertifiziert, sondern das gesamte Endprodukt.

Wie und warum tun wir dies?

Unsere Rückverfolgungskontrolle beginnt mit einer Überprüfung der Elterntierhaltung, von der die Eier stammen. Dort ist das Risiko für Lebendrupf am höchsten, da die Tiere dort bis zu vier Jahre lang gehalten werden. Auch wenn wir keine Daune von Elterntieren beziehen, fühlen wir uns für ihr Wohlergehen mitverantwortlich, da sie ein wesentlicher Bestandteil unserer Lieferkette sind. Hier unterscheiden wir uns von anderen Marken, die sich ebenfalls um den Tierschutz kümmern.

Die Eier aus der Elterntierhaltung werden zu anderen Farmen gebracht, auf denen die Küken für die Fleischproduktion aufgezogen werden. Wir kontrollieren auch diese Betriebe, um eine artgerechte Tierhaltung sicherzustellen. Daune ist ein Nebenprodukt der Nahrungsmittelproduktion, und wir kaufen ausschließlich Daune von Schlachtbetrieben. Die Daune der zur Fleischerzeugung geschlachteten Gänse und Enten verfolgen wir durch alle Reinigungs-, Sortier- und Verarbeitungsbetriebe, um ihre Rückverfolgbarkeit und die klare Trennung von Daune ohne Herkunftsnachweis sicherzustellen. Unsere Kontrollen setzen sich über alle Etappen bis zur Bekleidungsfabrik fort, wo wir uns vergewissern, dass unsere Daunen getrennt von den Daunen anderer Marken gelagert und ausschließlich für Patagonia-Kleidung verwendet werden. Das ist ein sehr großer Aufwand. Aber nur so können wir sicherstellen, dass die Tiere, von denen unsere Daune stammt, artgerecht behandelt wurden.

Die artgerechte Tierhaltung, die unsere Daune mit lückenlosem Herkunftsnachweis gewährleistet, ist das Ergebnis Tausender von Arbeitsstunden unserer Manager und Designer, der Material- und Beschaffungsabteilungen, der Zulieferer und unseres Social Responsibility Teams. Es war weder einfach noch billig, dieses Ziel zu erreichen, und wir mussten dazu unsere Strategie und Geschäftsabläufe umgestalten. Doch Produkte herzustellen, in denen Sie sich guten Gewissens warm halten können, ist eine Leistung, auf die wir extrem stolz sind.

 


 

Umgekehrte Chronologie unserer Bemühungen

Seit unserem letzten Update haben wir fleißig daran gearbeitet, das nächste Level der „Traceable Down Standard“-Zertifzierung für unser eigenes Vertriebszentrum zu erlangen. Dabei erweitern wir die TDS-Zertifizierung sowie die Due-Diligence-Prüfung der Produktkette von unseren Textilfabriken auf unsere Warenlager, von denen aus der Versand der Produkte an unsere Kunden erfolgt. Wir freuen uns, ankündigen zu können, dass wir dieses Ziel erreicht haben und dass wir nun die erste Outdoor-Marke sind, die nach dem Advanced Global Traceable Down Standard zertifiziert ist. Das Audit erforderte eine umfassende Prüfung unserer eigenen internen Systeme zur Rückverfolgbarkeit, nicht nur jener unserer Zulieferer. Jetzt erstreckt sich die TDS-Zertifizierung sowohl auf das Daunenmaterial als auch auf das vollständige Endprodukt.

Die Sicherstellung artgerechter Tierhaltung und die lückenlose Produktkette gemäß dem Advanced Global TDS sind das Ergebnis Tausender von Arbeitsstunden unserer Manager, Designer, Materialplaner, der Beschaffungsabteilung, des Vertriebszentrums, der Zulieferer und des Social-Responsibility-Teams. Dies war weder einfach noch billig und wir mussten dazu unsere Strategie und Geschäftsabläufe im Rahmen dieses Verfahrens auf den Prüfstand stellen. Doch langlebige Produkte herzustellen, in denen Sie sich guten Gewissens warm halten können, ist eine Leistung, auf die wir extrem stolz sind.

Unsere Herbst-Kollektion 2017 markierte einen wichtigen Meilenstein für uns, denn all unsere neu hergestellten Daunen sind jetzt nach dem Global TDS Advanced-Level zertifiziert. Dieser Standard wurde von NSF entwickelt, die auch die Zertifizierungen erteilen. (Bisher waren unsere neu hergestellten Daunen nach dem Global TDS von NSF Internationalverifiziert.)

Die Zertifizierung nach dem Advanced-Level (die Stufe, die wir erreicht haben) bedeutet, dass unsere Daunenzulieferer Audits bis zurück zu den Elterntierbetrieben durchgeführt haben, um sicherzustellen, dass die Tiere nicht lebend gerupft werden und dass alle geltenden Tierschutzstandards in der gesamten Lieferkette ordnungsgemäß erfüllt werden. (Die meisten Marken tun dies nicht.) Zur Erlangung der Zertifizierung mussten wir mit dem Audit-Verfahren schon ein Kalenderjahr vorher beginnen, im Frühjahr 2016, denn das ist die Zeit, in der die Gänseaufzucht beginnt.

Jede Marke und jeder Daunenzulieferer kann sich nach dem Global Traceable Down Standard zertifizieren lassen, Daunen-Produzenten-Lieferketten nach dem „Conformant“-Level und industrielle Lieferketten nach dem „Advanced“-Level. Und da die Zulieferer ihre eigene Zertifizierung haben, können sie nach Global TDS zertifizierte Daunen an alle interessierten Abnehmer verkaufen. Dies macht es auch für andere Marken einfacher, Daunen aus artgerechter Haltung zu beziehen. Und wir hoffen, dass diese Zertifizierung auch dazu beiträgt, dass die Tiere in der gesamten Industrie besser behandelt werden.

Für uns stellt es einen riesengroßen Erfolg dar, dass wir unseren eigenen Kunden Produkte anbieten können, die nach dem Global TDS Advanced-Standard zertifiziert sind. Unser großer Dank gilt NSF International, unseren Zulieferern und allen, die uns dabei unterstützt haben, diese vorbildliche Daunen-Lieferkette aufzubauen.

Weitere Informationen zur Global TDS Zertifizierung finden Sie auf der NSF International Website

 

Seitdem NSF International im Jahr 2015 den öffentlich verfügbaren Global TDS eingeführt hat, ist viel geschehen. 2016 wurde unsere gesamte Lieferkette — rückwärts vorgehend, beginnend bei den Fabriken zur Herstellung der Endprodukte, über die Daunen-Aufbereiter, Vor-Aufbereiter, Schlachthäuser, Aufzuchtbetriebe, Brutbetriebe und Elterntierbetriebe — einem Zertifizierungsverfahren nach dem neuen Standard unterzogen, mit dem Ergebnis, dass wir alle strengen Voraussetzungen erfüllen. Die Zertifizierungs-Audits fanden in mehr als 300 Betrieben in sechs Ländern statt.

Aus dieser Erfahrung haben wir viel gelernt, zum Beispiel wie wir unser Ziel des Auditing der gesamten Lieferkette erreichen können, und gleichzeitig flexibel für die Realitäten vor Ort bleiben. Im Jahr 2016 brach die hochansteckende Vogelgrippe in mehreren Ländern aus. Die Ansteckungsrisiken für die Tiere und Landwirte konnten wir nicht ignorieren. Beim Besuch der Betriebe mussten die Auditoren strenge Protokolle befolgen, um die Risiken einer Ausbreitung zu minimieren, denn eine solche Ausbreitung hätte zur Schlachtung der Tiere geführt. Zum Glück waren die Betriebe unserer Lieferkette nicht betroffen. Die Vogelgrippe gefährdete jedoch die Einhaltung unseres Zeitplans zur Zertifizierung. Wir erfuhren auch, welche Auswirkungen ungewöhnlich heiße Sommer, bedingt durch den Klimawandel, auf die Tiere in der Lieferkette haben können, und über die Unternehmen und Arbeitsplätze, die davon abhängen. Genau jetzt ist es wichtiger denn je, sich für eine artgerechte Tierhaltung einzusetzen.

Schließlich lernten wir auch, dass die Rückverfolgung und das Auditing der Elterntierhaltung bei so einer langen Lieferkette eine große Herausforderung darstellt, jedoch durchaus möglich ist. Wir hoffen, dass auch andere Marken dies einsehen und diesen wichtigen Schritt ebenfalls gehen, um sicherzustellen, dass auch die Elterngänse nicht lebend gerupft werden.

All unsere Erfahrungen und gelernten Lektionen teilten wir NSF International mit, die den Global TDS entwickelt hat und mittlerweile danach zertifiziert. NSF International verwertete diese Informationen zur Verbesserung ihres Zertifizierungsverfahrens.

 

Um anderen Firmen einen ähnlichen Pfad in die Zukunft zu eröffnen, der realisierbar und flexibel ist, haben wir im Jahr 2014 NSF International vorgeschlagen, unseren Standard als Basis für einen globalen Standard zu übernehmen.

NSF International ist eine unabhängige Gesundheitsorganisation, die sich gemeinsam mit Herstellern, Behörden und Verbrauchern darum bemüht, Standards und Zertifizierungen zu entwickeln, um Nahrungsmittel, Wasser, Konsumartikel und Umwelt rein zu halten. Wir haben uns für diesen Partner entschieden, weil seine Methoden und Zertifikationen über jeden Zweifel erhaben sind.

NSF International hat unseren Standard schließlich als Grundlage für den neuen Global Traceable Down Standard benutzt. Und weil nicht jeder in der Daunenindustrie dazu bereit oder in der Lage ist, so viel wie wir für den Tierschutz zu tun, hat NSF International gemeinsam mit Daunenverarbeitern, Händlern, Tierschutzgruppen, Fachverbänden und anderen NGOs einen Standard mit mehreren Stufen entwickelt, die den Betroffenen eine Umsetzung in unterschiedlichem Umfang erlaubt. Alle von ihnen hatten ein Mitspracherecht beim Definieren, Bearbeiten und Festlegen der gültigen Kriterien.

Nach monatelangen Verhandlungen mit allen Parteien führte NSF International im Januar 2015 den NSF Global Traceable Down Certification Standard ein, der von allen Firmen umgesetzt werden kann. Die neue Zertifizierung deckt die gesamte Lieferkette ab - von der Elterntierhaltung und den Kleinbetrieben bis zur Fertigung der Daunenprodukte.

Mit diesem Meilenstein erfüllen wir die Verpflichtung gegenüber der Branche und dem Kunden, unser internes Daunen-Kontrollprogramm zu einer weltweiten, unabhängigen Zertifizierung auszubauen. Dami sorgen wir nicht nur für eine artgerechte Tierhaltung, sondern auch für maximale Transparenz bei Rückverfolgbarkeit und Tierschutz.

Da wir in jüngster Zeit neue Farmen, Schlachtereien und Verarbeitungsbetriebe in unsere Lieferkette aufgenommen haben, führen wir erneut Prüfungen durch, um entsprechende Zertifizierungen zu erlangen. In der Zwischenzeit bieten unsere von unabhängiger Seite geprüften Daunenprodukte mit Herkunftsnachweis weiter die beste Gewähr für eine artgerechte Tierhaltung in der Bekleidungsindustrie.

Sobald die NSF International das Zertifizierungsverfahren abgeschlossen hat, können Sie die zertifizierte Daunenlieferkette auf der NSF International Website und in den Footprint Chronicles von Patagonia verfolgen.

Einen weiteren Beleg für den Erfolg unserer Bemühungen liefert die Tierschutzorganisation Vier Pfoten, die einst gegen Patagonia Sturm lief, weil unsere Firma Daunen kaufte, die von misshandelten Vögeln stammten. Kürzlich hat diese Organisation ihre Bewertung von Daunen verarbeitenden Outdoorfirmen veröffentlicht. Und darin erhält Patagonia den zweiten Platz für bestmögliche Tierschutzmaßnahmen. Wir setzen unsere Bemühungen fort und hoffen, nach Abschluss der Zertifizierung den ersten Platz zu erreichen.

Siehe „Tierleidfreier Daunenwettlauf zum Gipfel“ auf der Website von Vier Pfoten.

 

Seit Herbst 2014 enthalten alle Patagonia Daunenprodukte ausschließlich Daune mit lückenlosem Herkunftsnachweis. Das heißt: Wir kontrollieren sie von den Elterntierfarmen bis zum Kleidungshersteller, um sicherzustellen, dass die Vögel nie zwangsgefüttert oder lebend gerupft wurden. Der Standard für Daune mit Herkunftsnachweis bietet in der Bekleidungsindustrie die beste Gewähr der Textilindustrie für eine artgerechte Tierhaltung. Wir arbeiten seit 2007 daran und sind die einzige Marke, die das geleistet hat.

Um unsere Daunenlieferketten flächendeckend zu verbessern, arbeiten wir zusammen mit anderen Firmen am Aufbau einer Vereinigung der Outdoor-Industrie und einer Textil-Arbeitsgruppe für Daunenprodukte, die zur Arbeitsgruppe für den Herkunftsnachweis von Materialien gehört. Unser Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen den Marken und den Zulieferern zu fördern, um verbindliche Normen und Verfahren für den Herkunftsnachweis von Daune und die Rückverfolgbarkeit zu schaffen. Der Herkunftsnachweis macht die Angaben über die in den Produkten enthaltene Daune nachprüfbar – u.a. ob sie aus Lebendrupf oder Zwangsfütterung stammt.

 

Wir erhalten die Ergebnisse unseres Audits, die besagen, dass in unserer Lieferkette für weiße Gänsedaune „keine Anzeichen für Lebendrupf oder Zwangsfütterung“ erkennbar sind. Außerdem bestätigen sie „eine lückenlose Kette von Dokumenten zur Rückverfolgbarkeit und ausreichende Maßnahmen zur Kennzeichnung und Trennung mit Verbesserungsmöglichkeiten in einigen wenigen Bereichen.“ Wir arbeiten daran, alle Empfehlungen des Berichts umzusetzen, um Rückverfolgbarkeit und Tierschutz in unserer Lieferkette weiter zu optimieren. Zudem entwickeln wir ein Prüfverfahren für unsere Daunenlieferanten, das auf der Produktketten-Kontrolle und den daraus entstandenen Bewertungsinstrumenten basiert.

Patagonia hat sich bei Problemfällen stets um Verbesserungen in der Lieferkette bemüht und wir sind zuversichtlich, dass dies auch bei der Daune gelingen wird. In diesem Bestreben sind ab Frühjahr 2013 alle Produkte der Ultralight Down Kollektion mit weißer Gänsedaune gefüllt, die nach Prüfung durch einen unabhängigen Experten weder aus Lebendrupf noch von zwangsgefütterten Gänsen stammt. Dieses Angebot wollen wir jede Saison ausbauen und zugleich eine Lieferkette von Daune mit Herkunftsnachweis auf Basis unserer Tierschutzvorschriften aufbauen.

 

Wir lassen unsere neue Lieferkette für weiße Gänsedaune in Polen durch ein unabhängiges Produktketten-Audit prüfen und stellen eine Expertin für Rückverfolgbarkeit ein, die gemeinsam mit der International Down and Feather League eine dreimonatige Untersuchung einleitet. Es geht uns darum, verschiedene Systeme zur Rückverfolgung zu bewerten und die Einhaltung der Tierschutzvorschriften zu prüfen. Beides ist eng verknüpft und gleichermaßen wichtig, um zuverlässige Angaben zu den Inhaltsstoffen eines Produkts machen zu können.

Als wir diesen Weg eingeschlagen haben, war uns klar, dass wir Unterstützung von unabhängiger Seite benötigen, um die artgerechte Haltung in unserer Lieferkette zu prüfen und zu sichern. Dazu begannen wir eine Zusammenarbeit mit den Experten für Rückverfolgbarkeit der Firma Arche Advisors.

Im Laufe der drei Monate inspizieren die Prüfer sieben Tage lang ein Dutzend verschiedener Betriebe, darunter einen Hersteller von Daunenkleidung in China, eine US-Firma zur Aufbereitung der Daune sowie verschiedene weitere Verarbeiter, Schlachthäuser und Farmen (darunter eine Elterntierhaltung) und einen Brutbetrieb. Dabei vergleichen unsere Prüfer die Tierschutz-Praxis mit dem Patagonia Daunenstandard vom August 2012 und den Tierschutzgesetzen der EU und der einzelnen Staaten. Um die Zuverlässigkeit der Herkunftsnachweise zu prüfen, achtet unsere Expertin auf die Kriterien guter Rückverfolgbarkeit (Dokumentation, Kennzeichnung und Daunen-Trennung) und auf die Managementsysteme. Die Zuverlässigkeit des Systems prüft sie mit den bewährten Methoden für Lieferketten-Audits: Prüfung der Dokumente, Kontrollen vor Ort und Befragung der Mitarbeiter.

Für jede Phase und jedes Land erhalten wir Berichte. Neben der zusammenfassenden Beurteilung enthalten sie eine Analyse der Stärken und Schwächen des Rückverfolgungssystems sowie eine Bewertung der Tierschutz-Standards und der Verfahren zur Herkunftskontrolle. Ein Schlussbericht fasst alle einzelnen Inspektionen zusammen und erteilt eine abschließende, quantitative Bewertung für die Verfahren zur Herkunftssicherung und für Tierschutz/Lebendrupf/Zwangsfütterung.

Unseres Wissens hat kein anderes Unternehmen seine Lieferkette mit so viel Aufwand überprüft.

 

Wir wollen die Fakten vor Ort überprüfen und schicken unseren Direktor für Sozial- und Umweltverantwortung, unseren Direktor für Materialentwicklung und unseren Spezialisten für ökologische Materialien zu Nachforschungen nach Ungarn. Sie machen zwei Reisen: eine im Februar und eine im August, begleitet von führenden Vertretern unseres Daunenzulieferers. Die Gruppe besucht eine repräsentative Auswahl von Stationen der gesamten Lieferkette für weiße und graue Daune: von der Elterntierhaltung (die die Eier liefert), über Zuchtstationen bis hin zu Schlachthäusern und Daunenverarbeitern.

Die Zulieferer sind offen und hilfsbereit, doch was wir feststellen, gefällt uns gar nicht. Vier Pfoten hat in einem Punkt Recht: Wir verarbeiten Daune von Gänsen, die für die Erzeugung von Fleisch und Foie gras gehalten werden. Hingegen sind in den inspizierten Teilen der Lieferkette keine Anzeichen auf Lebendrupf erkennbar. Außerdem prüfen wir, ob die besuchten Schlachthöfe die Gänsefarmen vertraglich zum Verzicht auf Lebendrupf verpflichten und darauf achten, dass sie keine lebend gerupften Vögel kaufen. Dies wird durch gelegentliche Kontrollen der Gänsefarmen bestätigt.

Dank der ungarischen Nahrungsmittelgesetze ist die Produktkette zwischen Gänsefarm und Schlachthaus gut dokumentiert und rückverfolgbar. Zwischen Schlachthaus und Daunenaufbereitung hingegen ist sie nicht immer so lückenlos. Um Daune aus Lebendrupf in unseren Produkten sicher ausschließen zu können, beginnen wir mit der Einführung eines verbesserten Systems zur Dokumentation sowie zur Kennzeichnung und Trennung auf allen Stufen der Lieferkette bis hin zur Näherei.

Außerdem machen wir uns daran, nach anderen Lieferketten zu suchen, in denen Lebendrupf und Zwangsfütterung verboten sind. Unser Team für Materialbeschaffung reist nach Polen, um potenzielle Daunenquellen zu ermitteln und wir akzeptieren einen Lieferanten (mit begrenzter Kapazität) für eine Auswahl unserer Modelle.

 

Im Dezember beschuldigt uns die deutsche Tierschutzorganisation Vier Pfoten, Lebendrupf-Daune zu verarbeiten, was wir zurückweisen. Doch während der Auseinandersetzung erfahren wir durch Ermittlungen der Tierschützer, dass die Graugänse in Ungarn, von wo wir unsere Daune beziehen, regelmäßig zwangsgefüttert werden, um Foie gras zu produzieren. Die Zwangsfütterung ist in vielen europäischen Ländern verboten, aber in Frankreich und Ungarn noch erlaubt.

 

Da wir inzwischen wissen, dass das Rupfen lebender Gänse für die Tiere schmerzhaft ist, verlangen wir von unserem Zulieferer die Gewähr, dass alle Daune für Patagonia-Produkte ausschließlich von geschlachteten Gänsen stammt und keinen Lebendrupf enthält. Man erklärt uns, dass die Daune zwangsgefütterter Gänse ölig und minderwertig sei und daher nicht an uns geliefert werde. Die Zwangsfütterung scheint unsere Produkte also nicht direkt zu betreffen.

 

Im Zuge einer Umweltverträglichkeitsprüfung unserer Materialien befassen wir uns auch mit der Daune. Dabei stellen wir fest, dass Mastgeflügel generell (nicht nur Gänse) weltweit unter unwürdigen Bedingungen gehalten wird. Dazu gehören u.a. Käfighaltung, Schnabelkürzung, Zwangsfütterung und auf der Umweltseite die Verschmutzung von Luft und Wasser. Wir überschütten unseren Daunenzulieferer mit Fragen und erhalten detaillierte Auskünfte. Um die Angaben zu überprüfen, schicken wir unseren Spezialisten für ökologische Materialien zu einer Kontrolle einer Gänsefarm nach Ungarn. Er informiert sich darüber, wie die Gänse gehalten werden, welche Chemikalien der Betrieb verwendet und wie die Gänse geschlachtet werden. Unser Zulieferer versichert, dass die Daunen nicht von zwangsgefütterten Gänsen stammen, was sich später als falsch herausstellt. Wir erfahren, dass ein Teil unserer Daunen von Schlachtgänsen stammt und ein anderer während der Mauser gewonnen wird. Ein Professor für Agrarwissenschaften, den wir zurate ziehen, versichert uns, dass die Gewinnung von Daunen und Federn während der Mauser für die Gänse schmerzlos ist. Mit diesen Informationen ausgestattet, versuchen wir, die Auswirkungen der Produktion eines Patagonia Down Sweaters auf unserer Footprint Chronicles Website zu dokumentieren.

 

Wir nehmen wieder Daunenkleidung in die Patagonia-Kollektion auf, prüfen aber noch nicht, woher unsere Gänsedaune stammt.

PATAGONIA DAUNEN-ISOLIERUNG

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