Informiert sein Fischfarmen mit offenen Netzgehegen bedrohen das Überleben von Wildfischen, wie atlantischer Lachs, Meerforelle und Seesaibling, doch die Regierungen tun derzeit nicht genug, um die Probleme anzugehen. Stattdessen bereitet sich die Industrie darauf vor, exponentiell in die unberührten Fjorde Islands zu expandieren und setzt ihr Wachstum mit erschreckendem Tempo in Norwegen, Schottland und Irland fort. Dabei kommen massiv offene Netzgehege zum Einsatz, die eine Übertragung von Krankheiten und Verschmutzungen des Habitats erlauben, in der der Wildlachs um das Überleben kämpft. In den letzten 40 Jahren ist die Population des atlantischen Lachses von 10 Millionen auf 3 Millionen gesunken. Und wenn es uns nicht gelingt, ihre Habitate zu schützen, werden sie schon bald zu einer vom Aussterben bedrohten Art.
Fakten
Die künstliche Verbreitung versprach, die Erhaltung von Wildarten zu fördern, doch stattdessen verschlimmert sie das Problem nur noch und trägt zum Sterben einheimischer Fische sowie zur Zerstörung von Habitaten bei.
1970 gab es 8 bis 10 Millionen laichende nordatlantische Lachse.
Heute gibt es nur noch 3 bis 4 Millionen.
Der Wildlachs wandert schon seit 60 Millionen Jahren vom Meer in Süßwasserflüsse zum Ablaichen!
Von 100 Lachsen, die Schottlands Flüsse ins Meer verlassen, kehren nur fünf zurück.
Ein Rückgang um 70 Prozent in nur 25 Jahren.
Norwegen ist der weltweit größte Produzent von Zuchtlachs (1,3 Millionen Tonnen).
Island produziert derzeit nur rund 8.000 Tonnen, doch schon in wenigen Jahren wird eine Produktionsmenge von 100.000 Tonnen angestrebt*.
*gemäß Angaben von NASF Iceland
FAQs
Mit Artifishal wollen wir uns für den Schutz der Wildfische einsetzen. Damit Sie unsere Positionen in diesem Zusammenhang besser nachvollziehen können, haben wir diesen Abschnitt mit häufig gestellten Fragen und Antworten zusammengestellt.

Wildfische: In einer natürlichen Umgebung erzeugt, geboren und durch natürliche Selektion speziell an die Umgebung angepasst. Dadurch wird sichergestellt, dass nur die Exemplare überleben und sich fortpflanzen, die genetisch am besten angepasst sind. Eine große Vielfalt genetischer und lebenszyklischer Diversität ermöglicht es den Wildfischen, sich besser an sich ändernde Bedingungen anzupassen und auch in beeinträchtigten Habitaten zu überleben.

Besatzfische: In künstlichen Habitaten erzeugt und aufgezogen, unter präzise kontrollierten Umgebungsbedingungen, für domestizierte Merkmale, die dann in der freien Natur ausgesetzt werden. Besatzfische neigen dazu, kleiner und schwächer zu sein, und sind in der Regel weniger gut in der Lage, sich an ändernde Bedingungen anzupassen. Sie bedrohen die Wildfischbestände durch die vermehrte Anziehung natürlicher Räuber und wegen des Konkurrenzkampfes nach Nahrung und Habitat, insbesondere bei Massenfreilassungen. Zudem stellen Kreuzungen von Besatzfischen mit Wildfischen in den Laichgründen eine Gefahr dar.

Farmfische: Vom Menschen domestiziert und aufgezogen, um in Mastbetrieben mit hoher Besatzdichte an Gewicht zuzulegen. Sie werden gemästet, bis sie ihr Endgewicht erreichen und dann zum Konsum durch den Menschen geerntet. Sie bedrohen die Wildfische durch Parasiten, Krankheiten (und durch die Pestizide, die zu deren Kontrolle eingesetzt werden), durch den Konkurrenzkampf und durch Kreuzungen von Farmfischen, die häufig ausbrechen, mit Wildfischen.

Es stimmt zwar, dass menschliche Eingriffe, wie die Entwicklung von Staudämmen, der Abbau von Ressourcen usw. unsere Flüsse stark beeinträchtigt haben, doch wissenschaftliche Studien belegen, dass Wildfische aufgrund ihrer größeren genetischen und lebenszyklischen Diversität besser überleben als Besatzfische, selbst in stark geschädigten Habitaten. Das Vorhandensein von Besatzfischen ist sogar häufig der limitierende Faktor bei der Erholung der Bestände von Wildfischen, was dazu führt, dass große Habitatflächen zum Laichen und Aufziehen höchster Qualität ungenutzt bleiben. Da der Klimawandel die Populationen von Kaltwasserfischen zunehmend bedroht, wird die Diversität und Anpassungsfähigkeit der Wildfische von entscheidender Bedeutung für ihr Überleben sein.

Besatzfische sind den Wildfischen bei der Konkurrenz um Ressourcen überlegen und ziehen unnatürlich viele Räuber allein durch ihre bloße Anzahl und wegen ihres domestizierten Verhaltens an. Die überlebenden Besatzfische können sich mit Wildfischen kreuzen, doch die Überlebensrate des Nachwuchses solcher gemischten Besatz-/Wildfisch-Paare ist allein in der ersten Generation um 50 Prozent geringer. Mit anderen Worten führen mehr Besatzfische häufig dazu, dass weniger Fische zum Fang zur Verfügung stehen.

Viele Leute glauben zwar, dass die Fischaufzuchtstationen allein durch den Verkauf von Gewässerscheinen (Angelkarten) finanziert werden, doch häufig erhalten sie auch Zuschüsse von staatlichen Einrichtungen und von Stromversorgern. Das bedeutet also, dass der Steuerzahler und der Stromverbraucher – also der normale Bürger – die Zeche für dieses System zu zahlen hat, was umso ärgerlicher ist, weil es sich um ein System handelt, das nicht funktioniert, von dem nur wenige profitieren und das Milliarden von Dollar verschlingt.

Fischaufzuchtstationen werden von einer Vielzahl unterschiedlicher Träger betrieben, etwa durch staatliche Einrichtungen, Stammesorganisationen, Privatunternehmen und Nichtregierungsorganisationen.

Wir unterstützen nachdrücklich die Rechte der First Nations und Stämme, in den Gebieten ihrer Vorfahren zu fischen, zu jagen und zu ernten. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen jedoch, dass die Abhängigkeit von Fischaufzuchtstationen zur Ausübung dieser Rechte keine nachhaltige Methode ist. Unser Ziel ist es, mit den Fischereibetrieben der Stämme zusammenzuarbeiten, um uns auf die Erholung der Fischbestände zu konzentrieren und um eine wirklich nachhaltige Bewirtschaftung mit entsprechenden Fanggelegenheiten sicherzustellen.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der aktuelle Plan – die verhungernden Orcas in der Salish Sea mit 60 Millionen gezüchteten Königslachsen pro Jahr zu füttern – verfehlt ist, teuer (87 Millionen Dollar) ist und wahrscheinlich zu fatalen Folgen für die Orcas führt sowie für die wilden Königslachse und für sonstige Wasserlebewesen. Tatsache bleibt jedoch, dass die Wale mehr Futter brauchen, und zwar jetzt sofort. Die einzige kurzfristige Lösung, damit mehr Königslachse für die Orcas zur Verfügung stehen, besteht also darin, deren Abfischen zu reduzieren. Das wird von vielen von uns Opfer verlangen. Doch wenn es uns wirklich ernst damit ist, die Orcas vor dem Verhungern zu retten, dann müssen wir Menschen unseren Konsum einschränken.

Von den langfristigen Lösungen werden Königslachse, Orcas und die menschliche Fischerei gleichermaßen profitieren. Durch die Wiederherstellung der Habitate, die Reduzierung der Zuchtproduktion und den Rückbau von Staudämmen werden wir wieder gesunde Populationen von großen wilden Königslachsen aufbauen können. Durch das größen- und zahlenmäßige Wachstum der Wildlachse wird das Futter bereitgestellt, das die Orcas benötigen. Zudem wird zunehmend der private und kommerzielle Fischfang möglich werden.

Der Rückbau der vier Staudämme entlang des Klamath River ist Teil der größten Flussrenaturierung in der nordamerikanischen Geschichte. Wenn der Klamath River erst einmal wieder frei fließt, bietet er ein vorzügliches Habitat für den Lachs und damit die Chancen eines wirklich wilden Flusses. Die aktuellen Pläne sehen jedoch vor, dass das Fischaufzucht-Programm für die Klamath noch mindestens acht Jahre nach dem Staudammrückbau weiterlaufen soll. Da wir jedoch bereits wissen, dass Besatzfische häufig der limitierende Faktor bei der Erholung der Wildfische sind, würde dies eine weitere verpasste Gelegenheit bedeuten, genau wie jene, die wir bei der Elwha verpasst haben, ebenfalls durch die Beibehaltung des Fischbesatzprogramms nach dem Rückbau der Staudämme. Wie können wir am besten dazu beitragen, dass die Klamath möglichst bald wieder zu ihrer natürlichen Vielfalt gelangt? Wir müssen in langfristige, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Lösungen investieren: Wir müssen das Habitat wiederherstellen und dem Wildlachs Gelegenheit geben, den Wasserlauf zu rekolonisieren und wiederzubevölkern, genau so wie er es schon seit mehreren Millionen Jahren gemacht hat.

Die Ergebnisse nach der Einstellung von Besatzmaßnahmen ist von Fluss zu Fluss verschieden und abhängig von dem Habitat und wie groß der genetische Schaden ist, den die verbleibende Wildfischpopulation durch die Kreuzung mit den Besatzfischen erlitten hat. Doch es kann ganz schnell gehen: Am Toutle River im US-Bundesstaat Washington kam es zu einem Vulkanausbruch, der den Fluss verwüstete, woraufhin das damalige Besatzprogramm eingestellt wurde. Schon nach sieben Jahren gab es mehr wilde Winter-Stahlkopfforellen als in allen anderen stromabwärtigen Zuflüssen der Columbia. In Montana stieg innerhalb von vier Jahren nach Einstellung der Besatzmaßnahmen die Forellenpopulation um 800 Prozent und die gesamte Forellenbiomasse sogar um 1.000 Prozent. Am Skagit River erholte sich die Stahlkopfforellenpopulation innerhalb von vier Jahren nach der Schließung der dortigen Fischaufzuchtstation dermaßen, dass die für lange Zeit ausgesetzte Fischerei auf die Frühjahrs-Stahlkopfforelle wieder freigegeben werden konnte.

Im Prinzip ja. Aber es gibt einige einfache Regeln zu beachten, um sicherzustellen, dass Sie Ihren Lachs nachhaltig beziehen und konsumieren:

- Kaufen Sie keinen atlantischen Lachs und keine Stahlkopfforelle, die größtenteils aus Netzgehegen stammen oder von gefährdeten Populationen geerntet wurden.
- Kaufen Sie Wildlachs, der aus nachhaltig betriebenen, fischzuchtfreien Fischereibetrieben stammt. Zum Beispiel Rotlachs aus der Bristol Bay, Alaska oder mit Riffnetzen gefangene Buckellachse von der Lummi Island, Washington.
- Kaufen Sie keinen pazifischen Lachs aus Mischbestand-Fischereien auf offener See. Die meisten dieser Fische stammen häufig aus Fischaufzuchtstation; und was noch wichtiger ist: auf der offenen See kann nicht unterschieden werden zwischen reichlichen und gefährdeten Fischbeständen.
- Fragen Sie Ihren Fischhändler, Küchenchef bzw. Ihre Bedienung, woher der Lachs stammt und wie er gefangen wurde. Dies kann zwar zu noch mehr Verwirrung führen, doch es fördert die Unterstützung einer nachhaltigen Fischerei und erlaubt den Fischessern, bessere Entscheidungen zu treffen.

Es gibt einige Zertifizierungen für Farmlachs und es werden Anstrengungen unternommen, um die geschlossenen Gehegesysteme nachhaltig zu machen. Solange jedoch nicht alle damit einhergehenden Probleme gelöst sind, einschließlich der Frage, mit welchem Futter die Fische auf Fischfarmen gefüttert werden sollen, insbesondere für den Fall einer Expansion der Industrie, ist uns keine Form der Lachszucht bekannt, die keine ernsthafte Bedrohung für den Wildlachs und andere Arten darstellen würde.

Das kommt darauf an, ob wir nach den kurzfristigen oder langfristigen Folgen fragen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Wildfischpopulationen bei Vorhandensein von Besatzfischen gegen Null tendieren. Unterdessen tendieren auch Besatzfische wegen Inzucht und Domestizierung mit der Zeit gegen Null. Wenn wir also an den Fischaufzuchtstationen festhalten, bedeutet dies, dass die Fischbestände zurückgehen werden und dass es letztendlich überhaupt keine Fische mehr geben wird.

Auf der anderen Seite bedeutet die Investition in die Erholung der Wildfischbestände zwar eine kurzfristige Einschränkung der Fischerei an bestimmten Orten, sie stellt jedoch die einzige Option dar, falls wir sicherstellen wollen, dass unsere Kinder und deren Kinder auch in Zukunft Kaltwasserfische genießen können. Die gute Nachricht? In vielen Flüssen wird die Erholung der Wildfischpopulationen nach Einstellung der Fischaufzuchtstationen – wie bereits am Toutle River, Skagit River, Eel River, an unzähligen Flüssen in Montana und andernorts eindrucksvoll bewiesen – schneller und nachhaltiger erfolgen, als sich das die meisten Angler vorstellen können. Und das bedeutet eine Rückkehr zu ergiebigen Fischbeständen und damit mehr Fische, die zum Fang für uns alle verfügbar sind.