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Johns Hopkins Glacier, Glacier Bay National Park and Preserve, Alaska. MARK KELLEY

Patagonia und der Klimawandel

Patagonias Unternehmensphilosophie lautet: „Stelle das beste Produkt her, belaste die Umwelt so wenig wie möglich und inspiriere andere Firmen, diesem Beispiel zu folgen und Lösungen zur aktuellen Umweltkrise zu finden.“ Der Klimawandel ist ein verheerendes Symptom menschlicher Aktivität auf der Erde und zugleich Inbegriff der Krise, die wir meistern müssen, wenn die Menschheit überleben soll.

Erster Schritt unserer Arbeit war es stets, anzuerkennen, dass auch Patagonia Teil des Problems ist. Wir fertigen unsere Produkte unter Verwendung fossiler Energien und in Betrieben, die Wasser und andere Ressourcen verbrauchen, Abfälle produzieren und CO2 ausstoßen. Wir versenden unsere Produkte weltweit in Kartons und Plastikverpackungen. Unsere Firmenbüros, Vertriebszentren und Geschäfte verbrauchen Strom, der nur teilweise aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Wir fahren Autos und reisen in Flugzeugen. Als Einzelpersonen konsumieren wir Produkte aller Art – wahrscheinlich mehr als wir wirklich brauchen.

Wenn wir wissen, dass wir Teil des Problems sind, müssen wir auch zugeben, dass sich das Klimaproblem – als tödliche Folge zügellosen menschlichen Handelns – nicht vollständig lösen lässt. Deshalb konzentrieren wir uns auf konkrete Maßnahmen, mit denen Patagonia die Ursachen des Klimawandels bremsen, stoppen oder gar umkehren kann.

Unsere Verpflichtung, die Umwelt so wenig als möglich zu belasten, müssen wir auf alle Bereiche ausdehnen, in denen Patagonia Einfluss hat. Das bedeutet: Wenn Patagonia wächst, kann unser Engagement für die Umwelt exponentiell dazu wachsen.

Folgende Maßnahmen können dazu beitragen:

  • Die Reduzierung der Umweltbelastung durch unsere Firma und ihre Zulieferer
  • Die Unterstützung von Basis-Umweltgruppen durch eine Steuer für den Planeten
  • Unser Firmen-Engagement für einen Systemwandel
  • Einbeziehung unserer Kunden, indem wir Qualitätsprodukte fertigen, die repariert werden können
  • Die Unterstützung regenerativer Praktiken in der Landwirtschaft
  • Konzepte für ein neues Geschäftsmodell

In diesem Beitrag werden wir uns mit jedem dieser Bereiche auseinandersetzen und unseren Ansatz darlegen. Doch eins vorneweg: Es geht hier nicht darum, Patentlösungen anzubieten. Einerseits könnten wir die Umwelt vielleicht mehr entlasten, indem wir einfach den Betrieb einstellen. Doch andererseits wir sind der Überzeugung, dass Firmen über Lösungsmöglichkeiten verfügen, die Einzelpersonen oder Regierungen nicht haben, und dass alle Unternehmen Schritte gegen die aktuelle Umweltkrise unternehmen müssen.

 

Die Reduzierung der Umweltbelastung durch unsere Firma und ihre Zulieferer

Unsere CO2-Bilanz
Nach Analysen der besten verfügbaren Informationen aus unseren Firmeneinrichtungen (Büros, Geschäfte und Vertriebszentren) schätzen wir Patagonias Gesamtausstoß an CO2 im Geschäftsjahr 2015 auf weltweit 3.617 Tonnen.

Einsatz erneuerbarer Energien
Im Geschäftsjahr 2015 haben mehrere unserer weltweiten Büros, Geschäfte und unser Vertriebszentrum in Reno 203.502 kWh an erneuerbarer Energie erzeugt und 980.112 kWh an Ökostrom abgenommen. Wir sind davon überzeugt, diesen Anteil erhöhen zu können, und arbeiten an Plänen dafür.

Patagonia Geschäfte
Wir betreiben Ladengeschäfte auf der ganzen Welt und haben klare Richtlinien für die Einrichtung neuer Geschäfte. Wir halten es für besser, bestehende Gebäude zu nutzen und herzurichten, anstatt neue zu bauen. Wenn das nicht möglich ist, versuchen wir, ästhetisch ansprechende und langlebige Gebäude aus umweltschonenden Materialien und mit ökologischem Inventar zu errichten. Und wir bemühen uns stets darum, Geschäfte mit Charakter zu schaffen, die Geschichte und Natur ihrer Region widerspiegeln.

Öko-Gebäude
Wir definieren die Qualität unserer Firma zum Teil dadurch, wie weit wir unsere Umweltbelastung reduzieren können. Dies verlangt einen ganzheitlichen Ansatz in allen Bereichen des Geschäfts – und dazu gehört es auch, Gebäude und Einrichtungen ökologisch zu nutzen. Zwei in dieser Hinsicht beispielhafte Projekte sind:

Mitarbeiter-Transport – Unser Weniger-fahren-Programm
Unser Weniger-fahren-Programm schafft einen finanziellen Anreiz, Fahrgemeinschaften zu bilden oder das Fahrrad, ein Skateboard oder öffentliche Verkehrsmittel zu nehmen, anstatt allein im Auto zur Arbeit zu fahren. Unsere Mitarbeiter in den USA und Kanada erhalten einen Zuschuss von 2 Dollar pro Fahrt für bis zu zwei Fahrten pro Tag. So kann jeder Mitarbeiter pro Jahr bis zu 500 Dollar brutto dazuverdienen. Im ersten Jahr sind 900 Mitarbeiter dadurch insgesamt 1,1 Mio. Kilometer weniger gefahren, haben 97.000 Liter Treibstoff eingespart und 227 Tonnen weniger CO2 verursacht.

Papier-Richtlinien
Für unsere Kataloge, die Büroarbeit und andere Zwecke verbrauchen wir beträchtliche Mengen an Papier. Soweit es technisch und wirtschaftlich machbar ist, kaufen wir dazu Papier mit dem höchstmöglichen Recycling-Anteil. Unsere zweite Wahl ist Recyclingpapier aus entfärbten Industriepapier-Abfällen. Wenn wir kein Papier bekommen, das zu 100% aus Recyclingmaterial besteht, wählen wir Papier, dessen Holzanteil aus nicht-gefährdeten Wäldern stammt und bevorzugen vom Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziertes Papier.

Initiativen im Bereich der Lieferkette Chemical & Environmental Impacts Programm (CEIP)
Patagonia hat ein Chemical & Environmental Impacts Programm auf Basis bestmöglicher Praktiken und Standards entwickelt, um Chemikalieneinsatz und Umweltbelastung in der gesamten Lieferkette zu minimieren. Es umfasst alle Bereiche des Umweltmanagements wie Chemikalieneinsatz, Abfälle und Abwässer, Energieverbrauch, Treibhausgase und andere Luftemissionen.

Materialien & Technologie
Wir fertigen haltbare Produkte, die weniger oft ersetzt werden müssen. Da sie länger genutzt werden, verteilt sich ihre Umweltbelastung über einen größeren Zeitraum. Unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung arbeitet ständig daran, die verwendeten Materialien zu verbessern und weiter zu entwickeln, um zu gewährleisten, dass wir stets das robusteste, haltbarste und beste Produkt seiner Art herstellen.

Nach Möglichkeit verwenden wir Rohmaterialien, die umweltschonender sind als entsprechende konventionelle oder nicht-recycelte Materialien. Dazu gehören:

Naturfasern Recycling-Fasern

bluesign®-zertifizierte Materialien
Patagonia kooperiert seit 2000 mit bluesign™ Technologies, um den Rohstoffverbrauch seiner Lieferkette zu ermitteln und zu reduzieren und Chemikalien, Färbemittel und Appreturen möglichst ökologisch einzusetzen. 2007 wurde Patagonia als erste Marke Systempartner des bluesign™ Netzwerks. Derzeit sind 45 unserer Zulieferer bluesign™-zertifiziert (meist Hauptzulieferer) und im Frühjahr 2015 waren 56% unserer Stoffe bluesign™-zertifiziert.

Internal Quality Scorecard (The YC Index)
Im Geschäftsjahr 2015 haben wir eine interne Bewertung für die Qualität von Patagonia-Produkten mit einer Skala von 1 bis 10 entwickelt (wobei 1 die schlechteste und 10 die beste Note ist). Die Kriterien dafür sind Haltbarkeit, Reparierbarkeit, Vielseitigkeit, Zeitlosigkeit und Umweltfreundlichkeit. Unser Ziel ist es, durchweg Produkte mit einem Wert von mindestens 8 herzustellen.

 

Die Unterstützung von Basis-Umweltgruppen durch eine Steuer für den Planeten

1% for the Planet
Seit 1985 spendet Patagonia mindestens 1% seines Umsatzes für den Schutz und die Erhaltung der natürlichen Umwelt. Seither haben wir über 70 Millionen Dollar in Geld- und Sachspenden für Basis-Umweltgruppen zur Verfügung gestellt, die in ihren Gemeinden Veränderungen bewirken. 2002 haben der Patagonia-Gründer Yvon Chouinard und Craig Mathews, der Inhaber von Blue Ribbon Flies, eine gemeinnützige Einrichtung mit dem Namen 1% for the Planet gegründet, um auch andere Unternehmen dafür zu gewinnen. Die Mitglieder von 1% for the Planet haben bis heute über 100 Millionen Dollar für gemeinnützige Umweltgruppen gestiftet.

Tools for Grassroots Activists Konferenz
1994 haben wir unsere erste Tools for Grassroots Activists Konferenz organisiert. Damit wollen wir den von uns unterstützten Umweltgruppen die Instrumente geben, die sie brauchen, um Mitglieder zu gewinnen, auf Probleme hinzuweisen, mit Geldgebern zu reden, Mitbürger zum Handeln anzuregen und in unserer schnelllebigen, von Technologie und Konkurrenz geprägten Welt erfolgreich zu sein. Seither veranstalten wir diese Konferenz alle zwei Jahre.

Mitarbeiter-Aktivismus
Patagonia bietet seinen Arbeitnehmern in aller Welt eine Reihe interessanter Möglichkeiten, Umweltaktionen zu unterstützen. Eine davon ist unser Programm für Umweltpraktika, das es Mitarbeitern gestattet, bei voller Fortzahlung von Gehalt und Zusatzleistungen bis zu 320 Stunden für gemeinnützige Umweltgruppen zu arbeiten.

 

Unser Firmen-Engagement für einen Systemwandel

The Cleanest Line – Firmen-Blog & Sprachrohr
Der Blog The Cleanest Line soll unsere Mission unterstützen, indem er die Basis schafft für einen Dialog über die Produkte, die wir herstellen, die Sportarten, die wir lieben, und die Umweltprobleme, die uns Sorgen machen. Hier sagen wir unsere Meinung zu wichtigen und schwierigen Grundsatzentscheidungen. Indem wir über bestimmte Umweltprobleme informieren, können wir das Bewusstsein dafür fördern und möglichst rasche Aktionen einleiten. In den vergangenen Jahren haben wir uns zu verschiedenen Problemen geäußert; u.a. (aber nicht nur) zu folgenden Themen:

Dam Removal
Wegen der negativen Auswirkungen von Staudämmen auf Ökosysteme, Anwohner und Kulturen engagiert sich Patagonia gegen den Bau neuer und für den Abriss veralteter Dämme. Außerdem unterstützen wir die Wende zu einer sanfteren Energie- und Wasserversorgung, die gemeinsam mit ökologischeren und effizienteren Lösungen die Natur entlastet.

Für die Umwelt stimmen
In Wahljahren ruft Patagonia seine Mitarbeiter, Kunden und die ganze Bevölkerung durch Marketing- und Anzeigenkampagnen dazu auf, für die Umwelt zu stimmen. Patagonia unterstützt Kandidaten, die sich ernsthaft für erneuerbare Energien, die Reinhaltung von Luft und Wasser und eine Abwendung von gefährlichen, kohlenstoff-intensiven Energieträgern einsetzen. Wir unterstützen Entscheidungsträger, die im Interesse der Zukunft und unseres Planeten handeln.

B Corp
2011 wurde Patagonia als B Corp (Benefit Corporation - Gesellschaft ohne Erwerbscharakter) anerkannt. Das bedeutet, dass die gesamte Leistung des Unternehmens in den Bereichen Umwelt und Gesellschaft von der unabhängigen Organisation B Lab gemessen und überprüft wird. 2012 gingen wir noch einen Schritt weiter und wurden die erste eingetragene Benefit Corporation im Staat Kalifornien. Dies verpflichtet uns gesetzlich dazu, die ökologischen und sozialen Ziele anzustreben, die in unserer Gründungsurkunde festgeschrieben sind. Bislang haben 30 US Staaten und der District of Columbia die Rechtsordnung für Benefit Corporations übernommen.

 

Einbeziehung unserer Kunden, indem wir Qualitätsprodukte fertigen, die repariert werden können.

Worn Wear
Worn Wear ist ein Umweltprogramm mit dem Ziel, die Umweltbelastung durch Patagonia-Produkte zu reduzieren und den Verbraucher dazu zu bewegen, sein Verhältnis nicht nur zu unseren, sondern letztlich zu allen Produkten zu verändern. Worn Wear engagiert sich dafür, Qualitätsprodukte zu kaufen, Schäden zu reparieren, nicht mehr genutzte Kleidung weiterzugeben, ausgediente Produkte zu recyceln und Kleidungsstücke, die uns ein ganzes Leben lang begleiten, in Ehren zu halten. Im Rahmen dieses Programms reparieren wir die Ausrüstung unserer Kunden in unseren Geschäften und in unserem Reparaturzentrum (dem größten in ganz Nordamerika), zeigen ihnen, wie sie kleine Schäden selbst beheben können, und schaffen Gelegenheiten, hochwertige Gebraucht-Kleidung und -Ausrüstung anstelle von neuen Produkten zu kaufen.

Kompromisslose Garantie
Unsere kompromisslose Garantie gibt dem Kunden das Recht, Produkte, mit denen er nicht zufrieden ist, zurückzugeben, damit wir sie reparieren, umtauschen oder den Kaufpreis erstatten. Wir bemühen uns stets darum, unsere Produkte zu reparieren, damit sie möglichst lange genutzt werden, und wir geben das Feedback der Kunden an unsere Entwicklungsabteilung weiter.

Produkt-Recycling
Wir übernehmen weiterhin die Verantwortung für alle Patagonia-Produkte von der Herstellung bis zur Wiederverwertung und nehmen alle Patagonia-Produkte kostenlos zurück, die Kunden in unseren Geschäften abgeben. Nach Möglichkeit unterstützen wir eine weitere Nutzung oder Wiederverwertung der Produkte. Seit 2004 haben wir 74.417 kg Patagonia-Produkte recycelt.

 

Unterstützung regenerativer Praktiken in der Landwirtschaft

Regenerative Weide- und Landwirtschaft
Gesundes Grasland mit regenerativer Weidewirtschaft produziert mehr Futter für das Vieh, bewahrt die Humusdecke, verbessert die Wasserspeicherung des Bodens und bindet jährlich Tonnen von CO2 pro Hektar. Laut dem Rodale Institut würde eine regenerative, biologische Nutzung aller Acker- und Weideflächen mehr CO2 binden als weltweit pro Jahr erzeugt wird. Wir haben daher unlängst eine Partnerschaft mit der Wild Idea Buffalo Co begonnen, um den Buffalo Jerky für Patagonia Provisions herzustellen. Wild Idea engagiert sich für eine Regeneration des Graslands durch eine Beweidung, die Bodenqualität und Artenvielfalt fördert. Das Unternehmen bewahrt wichtige, regionale Ökosysteme und trägt gleichzeitig dazu bei, die CO2-Menge in der Atmosphäre zu verringern.

Patagonia Provisions
Die Tradition und Kultur der Lebensmittelherstellung lag Patagonia schon immer am Herzen. Bei unseren zahlreichen Reisen waren die Mahlzeiten ein elementarer Teil des Erlebens. Doch die heutige Nahrungsmittelindustrie steckt in der Krise. Moderne Technologie, Chemie und Transportwege haben den Menschen seiner Nahrung mehr entfremdet als je zuvor. Die industrielle Nahrungsproduktion führt zu wahllosem Fischfang, Überweidung des Graslands, Vieh voller Antibiotika und Tonnen von Pestiziden und Kunstdüngern auf den Äckern. Patagonia Provisions, unsere neue Tochterfirma für die Herstellung von Lebensmitteln, wurde dazu gegründet, Lösungen für eine Erneuerung dieser gestörten Nahrungskette zu finden.

 

Konzepte für ein neues Geschäftsmodell

Tin Shed Ventures
2013 haben wir „$20 Million & Change“ ins Leben gerufen, einen internen Investmentfonds, der ähnlich denkende, verantwortungsvolle Jungunternehmen bei ökologischen Verbesserungen unterstützt. Wir glauben, dass wirtschaftlicher Erfolg in den kommenden 100 Jahren davon abhängen wird, ob es uns gelingt, mit der Natur zu arbeiten, anstatt sie auszubeuten. Dieser Investmentfonds ist einer unserer Ansätze, mit Hilfe des Unternehmens Lösungen für die aktuelle Umweltkrise zu finden und die nächste Generation von Wirtschaftsführern zum Umdenken zu bewegen.

Planetary Boundaries
Um seine Mittel jetzt und in Zukunft möglichst effizient einzusetzen, folgt Patagonia bei seiner Planung bis 2050 einem Konzept mit der Bezeichnung Planetary Boundaries (Planetarische Grenzen, Belastungsgrenzen des Planeten). Das vom Stockholm Resilience Center entwickelte Konzept basiert auf den Forschungen von 28 international anerkannten Wissenschaftlern und definiert Belastungsgrenzen für neun kritische Bereiche, darunter Klimakrise, Übersäuerung der Ozeane, Landnutzungsänderung, Artensterben, etc. Wir nutzen dieses Konzept, um zu ermitteln, was unsere Firma am stärksten betrifft, wo wir den größten Einfluss haben und wie wir am ehesten eine Veränderung bewirken können. Es ist unsere Richtschnur dafür, was wir als Firma tun können, um die Umweltbelastung durch den Menschen zu verringern.