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Existenzlohn

Existenzsichernde Löhne sollten einen angemessenen Lebensstandard für Arbeiter:innen und deren Familien abdecken.
Warum

Die meisten Fabrikarbeiter:innen in der Bekleidungsindustrie verdienen keinen Existenzlohn und müssen Abstriche machen, um ihre Grundbedürfnisse zu decken. Patagonia hat sich sehr dafür eingesetzt, dass die Arbeiter:innen in unseren Partnerbetrieben nach dem Mindestlohn, der Überstundenvergütung und den gesetzlichen Leistungen bezahlt werden, und dennoch wissen wir, dass diese Löhne zu oft nicht ausreichen, um sich einen angemessenen Lebensstandard zu leisten. Dies ist vor allem während der COVID-19-Pandemie wichtig, da viele Arbeiter:innen Lohnkürzungen hinnehmen mussten, während andere ihren Arbeitsplatz und damit ihre Einkommensquelle ganz verloren haben.

Existenzlöhne: Ein grundlegendes Menschenrecht

Die Vereinten Nationen und ihre Internationale Arbeitsorganisation (ILO) haben Existenzlöhne zu einem grundlegenden Menschenrecht erklärt.

Nach umfangreichen Recherchen zu Existenzlöhnen und Gesprächen mit anderen Marken, NGOs und Organisationen, die sich für Existenzlöhne einsetzen, unterstützt Patagonia die Definition der Global Living Wage Coalition (GLWC) für einen Existenzlohn:
Die Vergütung, die eine Arbeitskraft an einem bestimmten Ort für eine normale Arbeitswoche erhält, und die ausreichend ist, damit sich diese einen angemessenen Lebensstandard für sich und ihre Familie leisten kann. Zu den Elementen eines angemessenen Lebensstandards gehören Nahrungsmittel, Wasser, Wohnung, Bildung, Gesundheitspflege, Transport, Bekleidung und sonstige wesentliche Bedürfnisse, einschließlich der Vorsorge für unerwartete Ereignisse.

In der Vergangenheit gab es nur wenige Daten zu den Löhnen und Lebenshaltungskosten in den verschiedenen Regionen. Mit der Einführung der Anker-Methode im Jahr 2017 war es möglich, die Lebenshaltungskosten zu schätzen und sie in verschiedenen Ländern zu vergleichen, wobei auch die lokalen Kosten für eine typische Familie in einem bestimmten Gebiet berücksichtigt wurden. Patagonia unterstützt diese Methode, weil sie mit Menschen und Organisationen vor Ort zusammenarbeitet, um die Kosten für einen grundlegenden, aber angemessenen Lebensstil für eine Arbeitskraft und ihre Familie an einem bestimmten Ort zu schätzen. Diese Herangehensweise, die Transparenz und detaillierte Untersuchungen erfordert, führt zu soliden und glaubwürdigen Richtwerten für den Existenzlohn. Die GLWC, die zu den Begründern dieser Methode gehört, hat bereits Benchmarks für den Existenzlohn in über 20 Ländern durchgeführt, und weitere werden folgen.

Diese Benchmarks sind auch im Fair Labor Association's Fair Compensation and Living Wage Dashboard enthalten, das Patagonia mitentwickelt hat. Das Dashboard basiert auf der Anker-Methode und enthält Daten, die von Bekleidungs- und Schuhmarken über die Löhne in Hunderten von Betrieben auf der ganzen Welt gesammelt wurden. Das Dashboard macht es uns leichter, Unterschiede zwischen den Existenzlöhnen und den tatsächlichen Löhnen in bestimmten Betrieben zu finden, damit wir effektiver daran arbeiten können, diese Lücken zu schließen.

Was wir bereits tun

Patagonia ist der Überzeugung, dass jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer das Recht auf eine faire Entlohnung und einen existenzsichernden Lohn hat. Als Gründungsmitglied der Fair Labor Association (FLA) haben wir deren Standard für Existenzlöhne in unserem Verhaltenskodex verankert und einen Ansatz zur Verbesserung der Löhne in unseren Partnerbetrieben entwickelt.

Im Jahr 2022 zahlten 34 Prozent (10 von 29) unserer Bekleidungsfertigungsbetriebe ihren Beschäftigten im Durchschnitt einen existenzsichernden Lohn.

Wir suchen auch nach Wegen, wie wir unsere Zulieferer und die Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie bei unvorhersehbaren wirtschaftlichen oder klimatischen Schocks unterstützen können – und dabei sind Existenzlöhne und Sicherheitsnetze für die Beschäftigten von grundlegender Bedeutung.

Unsere Zukunft

Du hast es in der Hand, die Textilindustrie zu verändern.
Informierte Kunden können mit ihren Kaufentscheidungen abstimmen und Marken unterstützen, die sich für Existenzlöhne einsetzen. Frag deine Lieblingsmarken, was sie tun, um Existenzlöhne zu gewährleisten. Fordere bessere Praktiken – was du heute kaufst, wird die Zukunft der gesamten Branche gestalten.

Seid ihr ein Unternehmen, das sich auf den Weg zu existenzsichernden Löhnen für die Beschäftigten in seiner Lieferkette machen will?
Die Unternehmen spielen eine wichtige Rolle bei der Erhöhung der Löhne. Beginne damit, die Lieferkette und die Geschäftspraktiken deines Unternehmens zu untersuchen und sprich dann mit Experten über Existenzlöhne. Das Erreichen von existenzsichernden Löhnen ist für Unternehmen, die mit einer großen Anzahl von Betrieben zusammenarbeiten, eine Herausforderung, aber die Zusammenarbeit mit Marken wird der Katalysator für Veränderungen sein. Hier sind einige Tipps, die dir den Einstieg erleichtern:

  • Erfahre mehr über die Geschichte unserer Arbeit im Bereich der sozialen Verantwortung, einschließlich unseres vierfachen Ansatzes, der verantwortungsvollen Einkaufspraktiken, der Einbindung der Lieferanten, der Multi-Stakeholder-Initiativen, der Transparenz, der Unterstützung durch das Management, des Verhaltenskodex für Lieferanten, der Überwachung unserer Lieferkette, der Fair Labor Association, der Fair-Trade-Zertifizierung und unserer Reise zu existenzsichernden Löhnen. All diese Ansätze haben dazu beigetragen, dass wir bei der Umsetzung unserer Strategie für existenzsichernde Löhne so weit gekommen sind.
  • Mache dich mit der Anker-Methode zur Schätzung des Existenzlohns vertraut.
  • Lies mehr über unsere Philosophie, mit Betrieben zusammenzuarbeiten, um faire Arbeitspraktiken zu fördern und durchzusetzen.
  • Suche nach Experten und Organisationen, die sich für höhere Löhne einsetzen.
  • Werde Mitglied der Fair Labor Association. Die FLA-Strategie für faire Löhne bietet einen Fahrplan für existenzsichernde Löhne, und das Dashboard für Existenzlöhne ist ein großartiges Instrument, um globale Lohndaten zu analysieren, während du dein Programm entwickelst.

Unser Weg zum Existenzlohn
Unsere Strategie für existenzsichernde Löhne stützt sich auf vier Grundprinzipien:

  • Wir arbeiten direkt mit unseren Betrieben zusammen, um maßgeschneiderte, mehrgleisige Ansätze zu finden und zu erproben, um einen existenzsichernden Lohn zu erreichen und beizubehalten.
  • Wir verpflichten uns, mit anderen Unternehmen, Zulieferern, Arbeiter:innen, NGOs, Gewerkschaften, Expert:innen, Wissenschaftler:innen und Kund:innen zusammenzuarbeiten, um diese Ziele zu erreichen.
  • Wir wollen eine nachhaltige Strategie für existenzsichernde Löhne umsetzen, die es den Lieferanten erleichtert, auch bei Schwankungen in ihrem Geschäft einen existenzsichernden Lohn zu zahlen.
  • Wir wollen unsere Erfahrungen weitergeben, auch darüber, was funktioniert hat und was nicht, damit die Lösungen in größerem Maßstab umgesetzt werden können. Um dieses Ziel zu erreichen, nehmen wir an Branchenkonferenzen und -treffen teil und führen Einzelgespräche mit anderen Marken und NGOs.

Phase 1: Start
2010–2011: Das Team für Umwelt- und Sozialverantwortung (SER) von Patagonia hat den Verhaltenskodex für Lieferanten der Fair Labor Association mitentwickelt, der die Mitgliedsmarken dazu verpflichtet, für Existenzlöhne zu arbeiten.

2013: Wir begannen unsere Partnerschaft mit Fair Trade USA, unser erster Schritt auf dem Weg zu einem existenzsichernden Lohn. Wir haben auch unseren überarbeiteten Verhaltenskodex für Lieferanten veröffentlicht, der eine Komponente für Existenzlöhne enthält.

2014: Wir waren Teil einer Konsultation mehrerer Interessengruppen, um den FLA-Arbeitsplan für faire Entlohnung zu erstellen: ihre Vision, wie existenzsichernde Löhne in Bekleidungs- und Schuhfertigungsbetrieben erreicht werden können. Im Vorgriff auf diesen Arbeitsplan haben wir eine interne Fair Wage Taskforce gegründet. Dabei handelt es sich um ein abteilungsübergreifendes Team, das die Aufgabe hat, die FLA zu unterstützen und Wege für Patagonia zu finden, wie wir dafür sorgen können, dass in unserer Lieferkette Existenzlöhne gezahlt werden.

Phase 2: Bestandsaufnahme
2015: Die FLA veröffentlichte ihren Arbeitsplan für faire Entlohnung, den wir als Grundlage für unser internes Ziel nutzten, bis 2025 Existenzlöhne in unseren Bekleidungsfertigungsbetrieben zu erreichen.

2016: Wir begannen damit, mit den FLA-Mitgliedern zusammenzuarbeiten, um die beste Methode für die Erfassung und Analyse von Lohndaten für unsere Bekleidungsfertigungsbetrieben zu entwickeln. Wir haben in zehn unserer Bekleidungsfertigungsbetrieben ein Instrument zur Erfassung von Lohndaten getestet.

2017: Wir haben die Zusammenarbeit mit der FLA fortgesetzt, indem wir unser Pilotprojekt zur Erfassung der Löhne in zehn Bekleidungsfertigungsbetrieben abgeschlossen haben. Um besser zu verstehen, bei welchen Bekleidungsfertigungsbetrieben von Patagonia sofortiger Handlungsbedarf besteht, um die Lücken zwischen den aktuellen Löhnen und einem Existenzlohn zu verringern, baten wir MIT-Studierende am Sustainable Business Lab uns dabei zu helfen, eine bessere Methode zum Sammeln der Lohndaten entlang unserer langen Lieferkette zu erarbeiten. Die Studierenden entwickelten ein Modell für die rationelle Erfassung dieser Daten.

2018: Anfang des Jahres testeten wir das verbesserte FLA-Tool zum Sammeln der Lohndaten in zehn Bekleidungsfertigungsbetrieben. Das Pilotprojekt verlief gut, so dass wir interaktive Schulungs-Webinare mit unseren Lieferanten für die Bekleidungsfertigung veranstaltet haben. Bei den Webinaren haben wir unser Programm für Existenzlöhne offiziell gestartet, unser Ziel bekannt gegeben, den Existenzlohn definiert, die Bedeutung des Existenzlohns aufgezeigt, unsere Strategie zur Erreichung eines Existenzlohns kommuniziert, die nächsten Schritte und unseren Zeitplan für das Programm besprochen sowie Fragen beantwortet und Feedback erhalten. Nach der offiziellen Einführung unseres Programms bei unseren Zulieferern schlossen wir das Sammeln der Lohndaten ab. Mit diesen Daten in der Hand haben wir die Hilfe des MIT Sustainable Business Lab in Anspruch genommen, um die Daten auszuwerten.

2019: Wir haben unsere Analyse der Existenzlöhne in unserer Lieferkette für die Bekleidungsfertigung aktualisiert. Unser Bericht zeigte, dass zu diesem Zeitpunkt 35 Prozent bzw. 11 von 31 Bekleidungsfertigungsbetrieben im Durchschnitt einen Existenzlohn zahlten. Diese Daten wurden vor der COVID-19-Pandemie erhoben und spiegeln eine deutlich andere wirtschaftliche Realität für diese Beschäftigten und Betriebe wider.

2020: Wir haben unsere Analyse der Existenzlöhne in unserer Lieferkette für die Bekleidungsfertigung aktualisiert. Unser Bericht zeigte, dass zu diesem Zeitpunkt 39 Prozent bzw. 12 von 31 Bekleidungsfertigungsbetrieben im Durchschnitt einen Existenzlohn zahlten.

Phase 3: Lernen, Planen und Veränderungen bewirken
2021: Wir haben mit der Planung von Pilotprojekten begonnen, wie wir mit unseren Zulieferern für die Bekleidungsfertigung zusammenarbeiten können, um die Löhne der Beschäftigten zu erhöhen, ohne die Wettbewerbsfähigkeit dieser Betriebe zu gefährden. Unser Plan war es, ein oder zwei Pilotprojekte pro Jahr durchzuführen und die Ergebnisse mit der FLA zu teilen, um ein hilfreiches Forum zu schaffen, in dem die teilnehmenden Marken und Lieferanten auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten können. Mit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 waren wir jedoch nicht in der Lage, mit den Pilotprojekten fortzufahren. Grund dafür waren die erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen auf unser Unternehmen und unsere Zulieferer sowie die logistischen Schwierigkeiten, die mit den Arbeiten vor Ort und den damit verbundenen Risiken der Verbreitung von COVID-19 verbunden sind. Wir bewerten jetzt neu, auf welchem Stand unsere Zulieferer stehen, und wir werden unsere Arbeit anpassen, um zu sehen, wie wir die größte Wirkung erzielen können.

2022: Unsere jährliche Lohnanalyse für 2022 ergab, dass 34% oder 10 von 29 Bekleidungsfabriken im Durchschnitt einen existenzsichernden Lohn zahlen. Dies zeigt, dass die Erzielung existenzsichernder Löhne durch die Zulieferer trotz der wirtschaftlichen und sonstigen Herausforderungen der letzten Jahre relativ stabil bleibt.

2023: Wir haben mit zwei Fabriken zusammengearbeitet, um Pilotprojekte zur Überprüfung der Löhne und Lücken in existenzsichernden Löhnen durchzuführen. Dieses Pilotprojekt umfasste eine Datenanalyse sowie Befragungen von Beschäftigten und der Unternehmensleitung, um die aus der Ferne erhobenen Daten zum existenzsichernden Lohn zu überprüfen. Wir lernen weiterhin aus all diesen Pilotprojekten, um unsere Arbeit in puncto existenzsichernder Lohn voranzutreiben.

In der Zwischenzeit haben wir 2021 gemeinsam mit der FLA drei Benchmark-Studien zu Existenzlöhnen in El Salvador, Kolumbien und Thailand finanziert. Diese Schätzungen werden nach der Anker-Methode erstellt und auf der GLWC-Website veröffentlicht, sobald sie fertig sind. Dies ist eine wichtige Arbeit, weil sie die Qualität der Daten erhöht, die den globalen Akteuren zur Verfügung stehen, was ihnen hilft, ihre Arbeit für existenzsichernde Löhne voranzubringen, und wir freuen uns darauf, unseren Beitrag bei der Erstellung weiterer Benchmark-Studien auf der ganzen Welt zu leisten.

Wir erkennen auch die entscheidende Rolle der Regierungen und anderer Institutionen an, wenn es darum geht, existenzsichernde Löhne für die Beschäftigten zu erreichen. Eine der Herausforderungen auf dem Weg zu existenzsichernden Löhnen sind die niedrigen Mindestlöhne auf der ganzen Welt. Im Jahr 2023 hat Patagonia einen wichtigen Schritt unternommen, um öffentlich eine Erhöhung des Mindestlohns für die Bekleidungsindustrie in Bangladesch zu unterstützen, die dem vom Bangladesh Institute for Labour Studies und der Global Living Wage Coalition ermittelten existenzsichernden Lohn für die Beschäftigten und ihre Familien entspricht. In diesem Bereich muss noch viel Arbeit geleistet werden.

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