Cotton for Change
Wir sagen Nein zu konventioneller Baumwolle und arbeiten stattdessen mit Landwirt:innen zusammen, die den höchsten Bio-Baumwoll-Standard anstreben.
Warum
Jedes Jahr werden bei konventionell angebauter Baumwolle tausende Tonnen Chemikalien eingesetzt. Allein in Kalifornien wurden im Jahr 2022 Baumwollpflanzen mit mehr als 771 Tonnen Pestiziden besprüht. Dabei hat die Forschung gezeigt, dass der extensive und intensive Einsatz von Kunstdüngern, Bodenzusätzen, Entlaubungsmitteln und anderen Chemikalien verheerende Auswirkungen auf Boden, Wasser, Luft und zahllose Lebewesen hat. Die Alternative dazu ist, künstliche Chemikalien zu eliminieren und stattdessen Baumwolle aus biologischem Anbau zu verarbeiten. Unser Weg hin zu Bio-Baumwolle begann in den 1990er Jahren, als wir unsere Baumwolllieferketten und die Auswirkungen des Anbaus dieser konventionellen Sorten auf unseren Planeten untersuchten. Unsere Annahme war, dass Baumwolle „rein“ und „natürlich“ sei, da sie aus einer Pflanze gewonnen wird. Was die Pflanze selbst anbelangt, lagen wir zwar richtig, aber beim konventionellen Anbau ist nur wenig rein oder natürlich. In den 90er Jahren erreichte der Einsatz von Pestiziden in der US‑Baumwollproduktion mit rund 39.000 Tonnen Chemikalien einen Höchststand.
Im Jahr 1996 haben wir uns dazu verpflichtet, ausschließlich neue Baumwolle aus 100% biologischem Anbau zu verwenden, um unsere Produkte frei von synthetischen Pestiziden, Herbiziden und GVO-Saatgut zu halten. Außerdem verarbeiten wir nach Möglichkeit recycelte Baumwolle in unseren Rohmaterialien. Basierend auf den Daten des Higg Materials Sustainability Index (Version 3.7) reduzieren wir so unsere CO₂e-Emissionen pro Kilogramm im Vergleich zu herkömmlicher Baumwolle um 82%.
Wir sagen Nein zu konventioneller Baumwolle
Der Anbau von Lebensmitteln und Fasern mit industriellen Techniken und schädlichen Chemikalien ist einer der Hauptverursacher des Klimawandels. Nach Angaben des Weltklimarates verursacht die Landwirtschaft zusammen mit der Forstwirtschaft und anderen Landnutzungen jedes Jahr etwa 23% der Treibhausgasemissionen. Die Umstellung von konventionellen auf ökologische Anbaumethoden kann dazu beitragen, unser Agrarsystem vom Problem zur Lösung zu machen.
Der Anteil an unbehandelter Baumwolle in unserem Sortiment, die aus biologischem Anbau stammt.
Was wir bereits tun
Neben recycelter Baumwolle verwenden wir in unseren Patagonia-Produkten auch drei Arten neuer Baumwolle:
Bio-Baumwolle: Landwirtschaftliche Betriebe, die ihre Baumwolle ohne schädliche Chemikalien anbauen, verringern ihre Abhängigkeit von großen Agrarchemieunternehmen und reduzieren die Belastung ihrer Arbeiter:innen durch potenziell giftige und krebserregende Stoffe. Wir haben 1996 damit begonnen, in unseren Baumwollprodukten ausschließlich 100% Bio-Baumwolle zu verwenden. Bei ihrem Anbau wird auf Kunstdünger und Pestizide verzichtet; stattdessen kommen natürliche Lösungen zur Schädlingsbekämpfung und Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit zum Einsatz. Diese verbessern die Qualität des Bodens, fördern die biologische Vielfalt und reduzieren die Umweltverschmutzung.
Bio-Baumwolle im Zertifizierungsverfahren: Das Besondere an dieser Art von Baumwolle, auch „Cotton in Conversion“ genannt, besteht darin, dass landwirtschaftliche Betriebe schon während des Zertifizierungsverfahrens Baumwolle biologisch anbauen und ihre Ernte verkaufen können. Durch die Verwendung dieser Baumwolle belohnen wir die Bemühungen der Betriebe auf ihrem Weg zur Zertifizierung und stehen ihnen während der mehrjährigen Übergangsphase zur Seite. Begonnen haben wir mit einem Zulieferer in Peru, der technische Unterstützung anbietet und diesen Baumwollbetrieben eine Prämie zahlt. Unsere erste Kollektion aus Bio-Baumwolle im Zertifizierungsverfahren ist im Frühjahr 2020 auf den Markt gekommen.
Regenerative Organic Certified™-Baumwolle: Nachdem wir uns 1996 zu Bio-Baumwolle verpflichtet hatten, unterstützen wir landwirtschaftliche Betriebe nun auch beim Anbau von Baumwolle nach dem Regenerative Organic Certified™-Prinzip. Dabei werden ökologische Anbaumethoden mit keiner oder wenig Bodenbearbeitung bevorzugt, die gesunde Böden schaffen und das Wohlergehen von Mensch und Tier respektieren. 2018 haben wir in Indien ein Pilotprojekt mit Regenerative Organic Certified™-Baumwolle durchgeführt und mit mehr als 150 Betrieben zusammengearbeitet, um diesen höchsten Bio-Standard umzusetzen. Mittlerweile zählt das Baumwollprogramm über 2.000 Mitglieder. Im Frühjahr 2022 haben wir unsere erste Kollektion mit Produkten aus Regenerative Organic Certified™-Baumwolle präsentiert.
Unsere Zukunft
Wir wollen unser Programm auch in den nächsten Jahren fortführen und hoffen, noch mehr Kleidungsstücke mit Bio-Baumwolle im Zertifizierungsverfahren bzw. mit der Regenerative Organic Certified™ Baumwolle auf den Markt zu bringen. Wir sind der festen Überzeugung, dass es möglich ist, Lebensmittel und Fasern so anzubauen, dass die Gesundheit des Bodens gefördert und positive Veränderungen für Mensch und Umwelt beschleunigt werden. Es geht nicht nur darum, weniger Schaden anzurichten, sondern auf dem Weg dorthin noch mehr Gutes zu tun.